Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070684
Montorsoli. 
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Lombarden her verräth, und diess Alles mit einer gewissen deeora- 
tiven Seelenruhe zu einem nicht unangenehmen Ganzen versehmelzt. 
Von der Mitarbeit in der medieeischen Capelle an, wo er den heil-a 
Cosmas ausarbeitete, wird er aussehliesslich Miehelangelist. 
Von Andrea Doria nach Genua berufeni), musste er als Archi- 
tekt und Bildhauer das sein, was Perin del Vage. als Maler; die in 
den Künsten durch politische Leiden arg zurüekgekommene Stadt 
bedurfte auswärtiger Kräfte. Die Kirche S. Matteo, das Familien-b 
heiligthum der Doria, ist ein ganzes Museum seiner Sculpturen z). 
Manches davon zeigt, dass er sich half wie er konnte; in den sitzen- 
den Relieffiguren der beiden Kanzeln, in den vier Evangelisten der 
Chorwiinde ist mehr als eine Reminiscenz aus der Sistina zu be- 
merken; von den Freisculpturen hinten im Chor ist die Pieta, was 
die Lage des Leichnams betrifft, nach derjenigen Miehelangelols in 
S. Peter copirt, was zu der peruginesken Madonna nicht recht passt; 
die vier übrigen Statuen (Propheten) haben beinahe die Art des 
Guglielmo della Ports. und der damaligen Lombarden. Die reiche 
Stuechirung der Kuppel und des Chores (von Gehiilfen ausgeführt), 
die beiden Altäre des Querschißes (mit den vielleicht von andern 
Händen gefertigten Reliefs über den Altären), die Reliefs von Tritonen 
und gefangenen 'l'ürken unter den Kanzeln und das Denkmal des 
Andrea Doria in der Crypta (welches der Verf. nicht sah) vollenden 
diesen in seiner Art einzigen plastischen Schmuck, dessen Gleichen 
selten Einem Künstler anvertraut worden ist. Montorsoli hatte bei 
seiner mässigen Begabung ganz Recht, dass er sich nicht durch das 
gleichzeitige glänzende Beispiel der mediceisehen Capelle irre machen 
liess. Auf diese "Weise hat die Nachwelt etwas Geniessbares erhalten. 
Eine späteArbeit Mis ist dann der 1561 vollendete Hauptaltarc 
in den Scrvi zu Bologna. Die drei Statuen der Nischen, der Auf- 
erstandene mit Maria und Johannes zeigen noch eine schöne sause- 
4) Laut der genuesischen Guida schon 1528, laut Vqsari erst nach 1535 oder 
noch später, was zu andern Daten nicht recht passt. 
Q) Im anstossenden Kreuzgang sind die Überreste der 1797 demolirten Statuen; 
des Andrea und Giov. Andrea Doria, von den Jahren 1528  und 1577 
aufgestellt. Die erstere ist ein vortreftliches Werk von Montorsolfs Hand, 
die letztere eine schon manierirte Nachahmung der erstem.
        

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