Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070509
Campagna. 
Cataneo. 
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ten an den Ecken der Balustrade; hier wirkt Michelangelo ein, aber 
noch nicht durch den Moses, sondern durch die Figuren der Sistina. 
 Die beiden Bronzestatuen des Hochaltars in S. Stefano werdena 
vielleicht mit Unrecht dem C. zugeschrieben; die beiden marmornen 
Statuen in S. Giovanni e Paolo (hinten am Altartabernakel der Ca-b 
pella. del Rosario) sind offenbar im Missmuth über die ungünstige 
Aufstellung geschaffen. Auch die h. Justina über dem Thorgiebel desß 
Arsenals scheint ein geringeres Werk zu sein. 
An Porträtstatuen ist von G. ein Jugendwerk, der Doge Loredand 
auf dessen Grab im Chor von S. Giovanni e Paolo erhalten, und eine 
treflliche Grabiigur seiner reifsten Zeit, der schlummernde Doge Ci-e 
cogna  1595) in der Jesuitenkirche links vom Chor. 
Von wem ist endlich der schöne Ohristuskopf in S. Pantaleonef 
(2. Cap. rechts)? Ich glaube, dass von den Spätern nur Campagna. 
fähig war, die edelste Inspiration eines Giov. Bellini und Tizian so in 
sich aufzunehmen. Und eine Arbeit der zweiten Hälfte des XVI. Jahr- 
hunderts wird die Büste doch sein. 
Endlich möchte wohl die Annunziata (in zwei aus der Wand vor-g 
tretenden Bronzeiiguren) am Pnl. del Consiglio zu Verona. ein schö- 
nes frühes Werk des Meisters sein, etwa aus der Zeit des Reliefs von 
S. Giuliano; Gabriel gleicht den Engeln des letztern, und die Madonna, 
obwohl zu Vermeidung der Profilsilhouette etwas sonderbar gewendet, 
ist die schönste Weibliche Figur, die C. gebildet haben mag. 
Von Thomas von Lugano, bekannt unter dem Namen Tom- 
maso Lombardo, sollen eine Anzahl _v0n Statuen 'auf dem Daeheh 
der Biblioteca gearbeitet sein. Der S. Hieronymus in S. Salvatorei 
(2. Alt. links) giebt Vielleicht als schwaches und spätes Werk keinen 
sichern Anhaltspunkt. (Nach Andern von Jacopo Colonna.) 
Danese Cattaneo scheint ausser J. Sansovino auch andere 
Florentiner gekannt zu haben; Wenigstens sind die Statuen am Dogen- k 
grab Loredan (1572) bei einer gewissen äusserlichen Süssigkeit von 
demselben unvenezianischen Geist der Lüge und Affectation beseelt, 
der die unwahrern Arbeiten eines Ammanati beherrspht. (Die Por- 
trätstatue, wie gesagt, von Campagna , und früher gearbeitet als der 
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