Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070498
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Sculptur des XVI. Jahrhunderts. 
Venedig. 
Campagna. 
(weder allzumagem noch hässlichen) Bildung eine etwas zu starke 
Andeutung des schon eingetretenen Todes durch das Vorhängen der 
alinken Sehulteri).  Neben dem Hochaltar von S. Tommaso: die 
Statuen des Petrus und Thomas, mit würdigen Köpfen.  In S. Ma- 
bria de' miracoli, vor der Balustrade: S. Franz und S. Clara, ersterer 
 vielleicht ein frühes Jugendwerk. 
Campagnals Madonnenstatuen genügen weniger; ihre Haltung und 
Kopfbildung erinnert zu sehr an Paolo Veronese, um ein hohes Da- 
esein ausdrücken zu können. An derjenigen in S. Salvatore (2. Altar 
rechts) sitzt das Kind hübsch leicht auf den Händen der Mutter, und 
auch die beiden Putten, die sich unten an ihr Kleid halten, sind glück- 
dlich hinzugeordnet; dagegen erscheint die in S. Giorgio maggiore 
(2. Altar links) durchaus wie ein spätes und schwaches Werk. Eine 
ehübsche aber wenig bezeugte Madonna in der Abbazia, Cap. hinter 
fder Sacristei. In CJs Vaterstadt Verona. steht eine Madonna von ihm 
an der Ecke des Obergeschosses der Casa de' Mercanti. 
Von dem Lieblingsgegenstand der venezian. Sculptur (wie der 
Bacchus es bei den Florentinern war), dem heil. Sebastian, hat Cam- 
gpagna am Hochaltar von S. Lorenzo wenigstens eine gute Darstellung 
geliefert, mit dem Ausdruck des Schmerzes ohne Aifectation. 
Wie schön und tüchtig er sonstige Aktfigurcn zu behandeln wusste, 
hzeigt der colossale Atlant oder Oyclop im untern Gang der Zecca. 
Das höchst aifectirte Gegenstück des Tiziano Aspetti spricht lauter 
zu Campagnzfs Gunsten als Worte es könnten. -Im Dogenpalast stehen 
iauf dem Kamin der Sala del Collegio seine hübschen und lebendigen 
Statuetten des Mercur imd Hercules. (Geringer die 3 Statuen über 
kder einen Thür der Sala delle 4 porte.) 
1 In der Scuola di S. _Rocco ist bei der Statue des Heiligen (un- 
tere Halle) das unerlässliche Vorzeigen der Schenkelwimde glücklich 
als dasjenige Wendungsmotiv benützt, um welches die damalige Sculp- 
tur so oft in Verlegenheit ist. Im obern Saal sind die Statuen neben 
dem Altar  Johannes d. T. und Wiederum ein S. Sebastian  von 
geringerem Interesse als die beiden (unvollendeten) sitzenden Prophe- 
1) Die kleinen Statuetten dieses Altars sind späte, aber für den berninischen 
Styl recht glückliche Schöpfungen des Bolognesen Mazza, vom Jahr 1679.
        

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