Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070401
Allonso 
Lombardi. 
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Vielleicht der bedeutendste dieser Reihe nächst Begarelli war der 
Ferraresel) Alfonso Lombardi (1487-1536), der hauptsächlich 
in Bologna arbeitete. Auch er beginnt realistisch, sogar mit ähnlichen 
Aufgaben wie Begarelli. Ein frühes Werk, Worin er demselben sehr 
nahe steht, sind die bemalten (und jetzt neu bemalten) Halbfigurena 
Christi und der Apostel in den beiden Querarmen des Domes von 
Ferrara. Der Künstler erscheint hier noch mehr naturalistisch ge- 
bunden durch die Präcedentien seiner Schule; er verräth sich z. B. 
als Schulgenossen eines Lorenzo Costa schon durch die grossen Hände, 
und als tüchtigen Anfänger durch die zierliche und exacte Arbeit. 
Allein die grosse lebendige Schönheit mehrerer Köpfe, wie z. B. des 
Johannes, die bedeutende Geberde z. B. des Thomas, der sich in 
seinen Mantel hüllt, zeigen welches Aufschwunges Alfonso bereits 
fähig war.  Ähnliches gilt von der bemalten Thongruppe des vonb 
seinen Angehörigen beweinten Christusleichnams, in der Crypta von 
S. Pietro zu Bologna, mit vorzüglichen Köpfen 2).  Später, und zwar 
zuletzt unter dem Einiluss Tribolds, nähert er sich demjenigen Mass 
idealer Bildung, welches Andrea Sansovino dieser ganzen Schule vor- 
gezeichnet hatte. Er wagte sich an Aufgaben wie z. B. der colossalec 
sitzende Hercules (von Thon) im obern Vorsaal des Palazzo apostolico, 
der in den Verhältnissen immer beträchtlich besser, in der Stellung 
ungesuchter ist als Alles was Bandinelli und Arnmanati hinterlassen 
haben. (Stark restanrirt.)  Die grüsste Zahl seiner Arbeiten iinden 
sich an S. Petronio: anscheinend noch lombardisch befangen: died 
Statuen (englischer Gruss mit Gottvater,'und Sündenfall) an der In- 
nenseite des rechten und linken Seitenportals der Fassade;  freier 
1) Er stammte eigentlich von Lucca und hiess Citadella. Als Künstler gehört 
er aber durchaus nach Oheritalien. 
1) Aus derselben Zeit enthält der von Touristen wenig besuchte Wallfahrtsort 
Varallo (westlich vom Lage maggiore) in der Capella del sacro monlß llndir 
(wie man annimmt) auch in einigen der Stationseapellen lehensgrosse farbige 
Freigruppen, angegeben oder auch ausgeführt von dem berühmten 151310? 
Gaudenzio Ferrari; die darin dargestellten Vorgänge der Passion sind 
gleichsam fortgesetzt und erklärt durch Fresken an den Wänden. Wie sie 
sich zum Styl des Mazzoni oder des Alfonso verhallen, weiss ich nicht an- 
zugehen.
        

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