Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070390
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Sculptur des XVI. Jahrhunderts. 
Oberitaliener. 
wie lässt er den Schleier der Madonna flattern! Aber auch welche 
Schönheit in den Köpfen und in der Kindcrgestalt des 'I'äufers Jo- 
hanncs, der seine Mutter begleitet! 
Die späteste Zeit Begarellüs glaube ich (abgesehen von jenem 
Altar des Querbaues in S. Pietro) zu erkennen in der grossen Gruppe 
avon S. Domenico zu Modena (Durchgang aus der Kirche in die 
untere Halle des Academiegebäudes). Es ist die Scene von Martha 
und Maria, letztere vor Christus knieend, erstere sammt zwei Mäigden 
rechts, zwei Jünger links. Unverkennbar wirkt hier der Geist der 
römischen Malerschule auf den Künstler ein, wie schon die Draperien 
beweisen; auch macht sich (z. B. in der Martha, die auch als Ein- 
zelstatue gut ist) der Gegensatz der entsprechenden Theile des Körpers 
auf bewusstere Weise geltend. Die Köpfe sind noch meist von naiver 
Schönheit. 
1,  (Ein kleines Presepio Bis im Dom, unter dem 4. Altar links, in 
der Regel verschlossen, hat der Vcrf. nicht gesehen.) 
Wahrscheinlich hat B. seine Gruppen nicht bemalt. Auch wo die 
jetzige Bevveissung abspringt, kömmt keine Farbe zum Vorschein I). 
Die meisten oberitalienischen Sculptoren der Zeit suchen, im Ge- 
gensatz zu diesem entschlossenen Realisten, ihre heimische Befangen- 
heit durch den von Florenz und Rom ausgehenden Idealismus auf- 
zubessern. Welche von ihnen die Werke A. Sansovinds und die 
ebenfalls sehr einflussreichen Deckengemälde der sixtinischen Capelle 
gekannt haben, ist im Einzelnen nicht immer leicht anzugeben; bei 
mehrern sind diese Einwirkungen ganz deutlich nachweisbar; Michel- 
angelo wirkte schon lange als Maler auf die Sculptur, ehe seine 
plastischen Hauptwerke zu Stande kamen.  Von den 1520er Jahren 
an muss dann namentlich die Anwesenheit des Tribolo in Bologna der 
römisch-toscanischen Richtung den Sieg verschafft haben. 
 Schon Vasari sägt, er habe ihnen bloss Marmorfarbo gegeben. Er spricht 
davon n. a. bei Anlass eines Besuches des Michelangelo in Illodcna und be- 
richtet dessen begeistertes Wort: {Wenn dieser Thon Marmor würde, dann 
wehe den antiken StaLucnV
        

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