Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070303
Das Relief. 
Andrea. Sansovino . 
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und umgekehrt für die entgegengesetzten Seiten. Dieser sog. Contra- 
posto wird allerdings bei Manchen nur zu bald der einzige Gehalt des 
Werkes. Endlich bleiben zahlreiche vereinzelte Aneignungen aus an- 
tiken Werken nicht aus. Was uns in den manierirten Werken an- 
stössig erscheint, ist nicht das Antikisiren an sich, womit man noch 
immer ein Thorwaldsen sein kann, sondern die unechte Verquickung 
desselben mit fremden Intentionen. 
Am übelsten ging es dabei dem Relief. Die grosse Masse der 
vorliegenden antiken Reliefs, nämlich die spätrömischen Sarcophage, 
schienen jede Überladung zu rechtfertigen; schon das XV. Jahrhun- 
dert hatte die Sache so verstanden, war aber noch bedeutend weiter 
gegangen als die spätesten Römer und hatte, wie wir sahen, Gemälde 
mit reichem und tiefem Hintergrund in Marmor und Erz übersetzt. 
Diesen ganzen Missbrauch behielt die Senlptur jetzt mit wenigen Aus- 
nahmen bei, nur ohne die Naivetlit des XV. Jahrh, in anspruchvol- 
lern und bald ganz öden Formen. Wie das Relief erzählen muss, 
welches seine nothwendigen Schranken sind, davon hatte schon etwa 
von 1530 an Niemand mehr auch nur das leiseste Gefühl. Eine Masse 
von Talent und von üussern Mitteln geht von da. an für mehr als 
volle 200 Jahre an einer ganz falschen Richtung verloren. 
Der erste und wohl der edelste der Bildhauer, welche das XVI. 
Jahrhundert. vertreten, ist Andrea. (Contucci da Monte) San- 
sovino, geb. 1460  st. 1529. Mit einer milden, schönen Empfin- 
dungsweise begabt, die sich in ihrer Äusserung etwas an Lionardo da. 
Vinci anlehnt  wächst er halb unbewusst in die Freiheit des XVI. 
Jahrh. hinein, sodass man zweifelhaft bleibt, ob die hohe Schönheit 
der Form und der bei ihm zuerst streng durchgeführte Gegensatz der 
Theile mehr seiner eigenen innern Ausbildung oder mehr dem Studium 
der Antiken angehören. 
Die beiden Prälatengriiber (Basso und Sforza. Viseonti) im Chßra 
von S. Maria del popolo (1505 ff.) die herrlichsten, welche Rolli 
überhaupt enthält, folgen in der Anordnung noch dem Einrahmungs- 
Ausserdem 
ist auch 
der 
Einlluss des Matteo Givitali wahrscheinlich.
        

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