Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070255
6311- 
Sculptur des XV. Jahrhunderts. 
Certosa. von Pavia. 
a An der Fassade, der Cathedrale von Lugano sind unten derben-e 
Reliefhalbiiguren von Propheten , in den Friesen dagegen Medaillons 
mit Halbügnren von Aposteln und Heiligen angebracht, letztere zum 
Theil von demselben süssen und innigen Ausdruck, wie die entspre- 
chenden Figuren an S. Maria. de' miracoli in Venedig, nur freier in 
den Formen. 
1, Über die Sculpturen endlich, welche die Fassade der berühmten 
Certose von Pavia. bedecken und auch das Innere dieser unvergleich- 
liehen Kirche verherrliehen, darf ich aus ziemlich alter Erinnerung 
und aus wenig getreuen Abbildungen kein Urtheil wagen. Es wer- 
den vom XV. bis zum XVII. Jahrh. gegen 30 Bildhauer und Deco- 
ratoren bloss für die Fassade namhaft gemacht, worunter Antonio 
Amadeo und Andrea. Fusina für das XV., Giaeomo della 
Porta und Agostino Busti, genannt Bambaja, für das XVI. 
Jahrh. die wichtigsten sind. (Am Prachtdenkrnal des Giangaleazzo 
Visconti arbeiteten besonders Amadeo und delln Ports.) Die ganze 
lombardische Sculptnr hatte hier ihren Heerd und ihre Schule; von 
hier könnten selbst die Lombardi ausgegangen sein. Der Verfasser 
empfindet es als die grössten Mängel dieses Buches, dass er diese 
Certosa und die Sculpturen von Loretto nicht so besprechen kann, 
wie das Verhältniss zu allem Übrigen es verlangen würde 1). 
Neben all diesen zum Theil sehr realistisch gesinnten Bilclhauern 
Oberitaliens tritt wenigstens Einer auf, der sie in dieser Richtung so 
weit überholt, dass sie neben ihm noch als Idealisten erscheinen. Seit 
dem Untergang des architektonisch bedingten germanischen Styles von 
jeder Rücksicht entbunden, schafft die Kunst hier eine Anzahl von 
Gruppen, welche als solche weder einem plastischen, noch auch einem 
1) Ein Amhrogio da Milano nennt sich auf dem Grabmal des Bischofs 
g Iioverella (M75) im Chor von S. Giorgio bei Ferrara (vor Porta romana). 
Nach der Madonna mit Engeln in der Lunette möchte man einen Schüler der 
Florentlner aus Rosellinws Zeit vermuthen; auch die sorgfältigen und glück- 
lich beseelten fünFStatuetlen, sowie die trefflich wahre Grabstame weisen 
auf einen solchen Einfluss hin.
        

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