Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070233
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Sculptur des XV. Jahrhunderts. 
Bßrgamo. 
bis zur gemeinen Grimasse übertriebenen Art, welche wir bei Maz- 
zoni werden kennen lernen. Auf der Basis sitzen und stehen fünf 
IIcldenstatnen, die zum Bedeutendsten der ganzen oberitalisehen Sculp- 
tur gehören; das Äusserliche der Behandlung ist in der Art der Lom- 
hardi, die Motive (des Sinnens) aber geistvoller und origineller als die 
meisten Werke derselben. Geringer sind Wiederum die obern Theile: 
die Reliefs am Sarcophag selbst und die Reiterstatue darüber, nebst 
den Tugenden zu beiden Seiten, von verschiedenen Händen- Ebenda 
adas Denkmal der liledea, Coleonils Tochter, mit drei köstlichen alle- 
gorischen Figuren. (Die beiden Engel, Welche den Altartisch tragen, 
bei leichter Anmuth doch ernst aufgefasst, mögen von einem treffli- 
chen Lombarden zu Anfang des XVLJahrh. gefertigt sein.)  An der 
bAussenseite der Capelle sind ein paar Putten oben und die Sockel- 
relieis mit den Geschichten der Gencsis und den Thaten des Herau- 
Ies des herben und tüchtigen Styles wegen bemerkcnswerth, die Denk- 
 miiler Cäsars und 'l'rajn.ns aber, Welche als Aufsätze der Fenster dienen, 
sowie die in Medaillons angebrachten Köpfe des Augustus und Ha- 
drian geben wenigstens einen Begriif von der damaligen Vergötterung 
des Alterthums. 
Im Dom von Conio lernt man zunächst den Vollender des Baues 
selbst, Tommaso Rodari, auch als Bildhauer und Deeorator ken- 
cnen; sein Antheil an der nördlichen Seitenpforte 1) und der von ihm 
dverfertigte erste Altar des rechten Seitenschiffee (datirt 1492, mit 
Marmorreliefs) verrathen jedoch ein nur mittelmässiges Talent. Die 
zahlreichen übrigen scnlpturen an und in diesem schönen Gebäude 
sind zum Theil bedeutender.  Von mehr oder weniger befangenen 10m- 
bardischen Künstlern der Zeit um 1470-1500 rühren her: die meisten 
eBiIdWerke an der Fassade, also die Statuen in den Nischen der Pi- 
laster, über dem Hauptportal, in den Fenstergewnndungen und weiter 
oben, sowie die Reliefs der drei Portailunetten; ferner im Innern: die 
Apostel an den Pfeilern des Hauptschiiies, mittelgute Arbeiten ganz 
R) Wie dort über die römischen Kaiser, so darf man sich 
ten, Centauren, Hercules, Genius Impßratoris u. a. He 
wundern. Die Lunetlr-ngruppc enthält wenigstens hlariä 
hir-r übvr Bacchun- 
idcnlhum nicht vei- 
Heimsuchung.
        

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