Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070221
Verona. 
Bergamo. 
631 
dere zieht die Mütze vor dem Herrn; auf dem Gipfel des Baldachins 
ein Schildhalter. Diess ganze, durchaus profane Werk ist umgeben 
von einer barock-gothisehen Einrahmung; erst über dieser folgen  
in Fresco  Enge], Heilige und Legendenscenen. Auch alles Plasti- 
sche ist bemalt. 
Was sonst im Westen von Venedig bis ins Herzogthum Mailand 
hinein von Sculpturen seit etwa 1450 vorkörnmt, hat fast durchgän- 
gig eine nahe Verwandtschaft mit dem Styl der Lornbardi, deren Na- 
men wir desshalb (S. 622) unbedenklich als Landesnamen in Anspruch 
genommen haben. Es sind dieselben cenventionellen Stellungen, Ge- 
wandmotive, läopfbildungen, nur nicht eben häufig mit der Präeision 
eines Pietro Lombardo und noch seltener mit dem süssen Reiz eines 
Leopardo durchgeführt. 
In Verona trifft man auf eine Menge Gicbelstatuexi, hauptsäch- 
lich über den Reuaissancealtären der altern Kirchen, welche diesen 
allgemeinen Schultypus Wiedergeben. S0 diejenigen im Dom, in S. Ana- a 
stasia u. a. a. 0.; auch die über dem Portal des bischöflichen Palastesb 
(dat. 1502); die fünf berühmten Veronesen auf der Dachbalilstrade des c 
Palazzo del consiglio n. s. w. Das Bedeutendste enthalten ein paar 
Altäre in S. Anastasia: der 4. links mit vier Statuen über einander d 
auf jeder Seite, von reinem und gutem Ausdruck; der S. Sebastian 
keine geringe Bildung;  und der erste links, mit bemalten Sta- 
tuen auf den Seiten und im Giebel, naturalistischer und befangener, 
aber von bedeutendem Charakter und beseelt von Andacht; die drei 
Hauptstatuen des Altares selbst wohl von anderer Hand. 
Im Dom von Brescia (3. Altar, rechts) ist der hlarmorsehreine 
des heil. Apollonius mit seinen Legendenreliefs imrl Statuetten ein 
sehr sorgfältiges doch nicht gleiclnnässig belebtes Werk der Zeit 
um 1'500. 
In Bergamo enthält die Capelle Coleoni bei S. blariamag- f 
giore ausser den reichen Fassadensculpturen das prächtige Grabmal 
des Feldherrn Bartolommeo Coleoni selbst, thcilweise von Antonio 
Amadeo. Vier auf Löwen ruhende Säulen tragen eine Basis mit 
Passionsreliefs, ganZ von der fieissigen und saubern aber im Ausdruck
        

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