Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070205
Paduanische Nachfolger Donatellom. 
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Madonna mit sechs Heiligen nebst Predella, Puttenfries u. a. Zu- 
thaten. Neben die Sculpturen der Lombardi etc. gehalten, zeugt diese 
Werk bei allen Härten doch deutlich für die siegreiche toscanische 
Leichtigkeit, alle Lebensäusserungen sich eigen zu machen und dar- 
zustellen. 
Auch der Paduaner Vellano war Die Schüler und seine Bronze- 
rcliefs an den Chorwiinden des Santo (1488) zeigen deutlicher als ir-l 
gend ein toscanisches Schulwerk, Wohin man gelangen konnte, wenn 
man Donatelloäs Freiheiten nachahmte ohne seinen Verstand und seine 
allbelebcnde Darstellungsgabe zu besitzen. Es sind ganz kindlich auf- 
geschichtcte Historien in zahllosen, sorgfältigen Figürchen. 
Dagegen lebte in Andrea Briosco genannt Riecio (Orispus, 
von seinen gelockten Haaren) der echte Geist der grossen Zeit. Das 
Figürliche an seinem berühmten ehernen Candclaber im Chor desb 
Santo (Seite 254, I) ist zwar um so viel glücklicher, je mehr es sich 
dem Decorativen nähert (Nereidenziige, Centauren u. s.  aber auch 
die überfüllten erzählenden Reliefs sind gcistvoll und originell. In den 
zwei Reliefs jener von Vellano begonnenen Reihe an den Chorwiin-c 
den, Welche dem Riccio angehören, zeigt sich eine ungexneine Über- 
legenheit. (David vor der Bundeslade; Judith und I-Iolefernes, vom 
Jahr 1507.) Der Styl des XV. Jahrh. ist wie überall", so auch hier, 
dann am reizendsten, wenn er sich dem idealen Styl zu nähern 
beginnt.  
In derselben Art sind noch eine Anzahl anderer Sculpturen gear- 
beitet, deren Urheber dem Verfasser nicht bekannt sind.  In S. Fran- 
cesco sieht man (linkes Quersehiff) ein grosses Bronzerelief der thro-ü 
nenden Jungfrau zwischen zwei heil. Mönchen, und (rechtes Querschift) 
das ebenfalls bronzene Grabrclief eines Professors, der hinter seinem 
Schreibtisch, Bücher naehsehlagend, abgebildet ist; zu beiden Seiten 
Putten als Schildhalter, angenehme Werke, wenn auch ohne höheres 
Leben.  In den Eremitani (rechts und links von der Thür) gewal-ß 
tige Tabemakel von 'I'erracotta, bemalt, mit grossenstatucn und zahl- 
reichen , auch decorativ nicht werthlosen Zuthaten, der eine (mit dem 
Gemälde in der Mitte) datirt 1511. In beiden scheint der Styl Dona- 
tello's und derjenige der Lombardi gemischt.
        

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