Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070187
Antonio und Tullio Lombardo. 
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auf eine gekrönte Frau; wahrscheinlich eine etwas ungewöhnliche 
Darstellung der Krönung Maria, womit auch die oben erscheinende 
Gloria wohl stimmen würde. In den Köpfen, zumal der Hauptper- 
sonen, ist eine eigenthiimliche classische Idealität erstrebt, die in der 
damaligen Sculptur sonst kaum vorkömmt.  Von den untern Sculp- 
turen der Scuola rli S. Marco kommen die zwei ziemlich befange-a 
nen Löwen weniger in Betracht als die zwei 'l'haten des heil. Marcus, 
bei welchen dem Künstler nicht bloss römische, sondern griechische 
Reliefs scheinen vorgelegen zu haben, wie besonders aus der Behand- 
lung der hinten stehenden Personen erhellt. Womit dann die perspec- 
tivisch gegebene Halle, die den Raum darstellt, wunderlich contrastirt. 
 Ebenfalls noch früh: das Dogengrab Mocenigo  1485) in S. Gio-b 
vanni e Paolo, links vom Portal; hier ist von den allegorischen Sei- 
tenfiguren die eine nach einem bekannten antiken Musenmotiv unmit- 
telbar copirt; in den Sockelrelief sucht Tullio eher seine Manier mit 
dem süssen Ausdruck Leopardws zu verbinden. 
Von den spatern Arbeiten der beiden Brüder enthält die Capelle 
des h. Antonius im Santo zu Padua das Wichtigste. Wir lernen 
hier (im neunten Relief, wo der Heilige ein kleines Kind zum Sprechen c 
bringt) den Antonio Lombardi als bedeutenden Componisten kennen; 
von der Schönheit der Antike erscheint er auf unbefangnere Weise 
durchdrungen und geleitet als Tullio. Letzterm gehören das sechsten 
und das siebente Relief (wie der Heilige die Leiche eines Greizhalses 
öffnet und statt des Herzens einen Stein findet; wie er das gebrochene 
Bein eines Jünglirigs heilt); das erstere, bez. 1525, muss ein Werk 
seines hohen Alters sein, und es ist das freiere, weichere von beiden; 
denn das siebente hat bei bedeutenden Schönheiten auch noch alle 
Unarten der frühern Werke Tullimfs. 
Ein Zeitgenosse, vielleicht ebenfalls eher Lombarde als Venezianer, 
Antonio Dentone, hält in den Bildnissügurenazn dem charakter- 
vollen Namralismus fest, während seine Idealüguren theils eine mehr 
allgemeine Formenbildung, theils ein Hinneigen zu dem übertriebenen 
Ausdruck eines Mazzoni verrathen. So das Relief einer Pietä. mibe 
Heiligen, in der Salute (Vorraum der Sacristei) , wenn ihm dasselbe 
40'?
        

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