Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070131
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Sculptur des XV. Jahrhunderts. 
Venedig. 
Die Bregni. 
aß- 1457) im Chor der Frari (rechts). Nicht nur istdie Decoration 
noch gothisch wie bei Jenem, sondern sie gleichen ihm auch in der 
tüchtigen, an Quercia. erinnernden Lebensauffassung.  Gegenüber 
steht das derselben Künstlerfamilie zugeschriebene Dogengrah Tron 
(1- 1472), in der Decoration schon vollkommene Renaissance, im Figür- 
liehen sehr ungleich und jedenfalls von verschiedenen Händen; die 
Dogenstatue insbesondere wird als Werk des Antonio namhaft ge- 
macht. An den beiden Tugenden zu seinen Seiten haben wir die 
ersten vollständigen Typen derjenigen fleissigen, zierlichen und an- 
genehmen Gewandstatuen, welche sich in Venedig bis gegen das Jahr 
1500 wiederholen; der Schildlmlter links ist eine trefflich lebendig ge- 
wendete Figur, wahrscheinlich von 
Lorenzo Bregno, welcher die Hauptkraft der Schule wurde. 
b Von ihm ist wahrscheinlich das Denkmal des Feldherrn Pesaro (i- 1503) 
im rechten Querschiff derselben Kirche (über der Sacristeithiir) mit 
den Statuen des Verstorbenen, des Neptun und des Mars  letztere 
freilich von Baeeio da. Montelupo, dessen ilorentinische Lebens- 
derbheit den Venezianern überlegen erscheint.  An dem Vorbau im 
cHof des Dogenpalastes möchte der Schildhalter neben Bandinfs Statue 
des Herzogs von Urbino ebenfalls eine Arbeit Lorenzois sein.  In 
d S. Giovanni e Paolo ist die Statue des Feldherrn Naldo (rechtes Quer- 
schiH, über der Thür) vom Jahr 1510 ein ziemlich lebloses Werk. 
Mit oder bald nach den Bregni traten die Lombardi auf, 
vielleicht nicht bloss eine Familie, sondern eine Oolonie lombardiseher 
Bildhauer, deren Styl, wie wir sehen werden, mit den besten gleich- 
zeitigen Werken des übrigen Oberitaliens eine nahe Verwandtschaft 
zeigt. Als Baumeister und Deeoratoren werden ihrer fünf oder sechs 
genannt (S. 214, Anm.); in der Sculptur kommt hauptsächlich Pietro 
mit seinen Söhnen Antonio und Tullio in Betracht. 
Was sie gemeinschaftlich hervorbrachten, wird sich jetzt kaum 
mehr scheiden lassen. Pietrds Namen, aber von späterer Hand, habe 
v ich nur an einer Statuette des heil. Hieronymus in S. Stefano  Altar 
links) entdecken können; danach eine ganze grosse Anzahl vnn Wer- 
ken näher bestimmen zu wollen, in welchen man die "Schule der
        

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