Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070125
Die Bregni, Lombardi und Leopardo. 
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lieh tüchtige Bildung, deren Naturalismus gemildert erscheint durch 
die ergreifende Geberde und Miene des Sehuldbewusstseins; bei Eva 
ist derselbe schon störender.  
Seit der Mitte des XV. Jahrh. erscheinen dann mehrere Bild- 
hauerwerkstiitten neben einander und in wechselseitiger Einwirkung 
auf einander. Die wichtigsten derselben sind die der Bregni, der 
Lombardi und des Leopardo. 
Die Gesammtheit ihrer Productionen ist schon der Masse nach 
sehr bedeutend; an innerin_ Gehalt bilden dieselben das wichtigste 
Gegenstück zu den Werken der gleichzeitigen Toseaner. Es ist der 
Realismus des XV. Jahrh. ohne Donatello, ohne die extremen Härten 
aber auch ohne die entschiedene Kraft der Motive. Es mangelt nicht 
an Bestimmtheit der Formen, zumal der Gewandung, wohl aber an 
der unablässigen Beobachtung des bewegten Körpers; daher sind auch 
der Attituden wenige, die sich um so häufiger wiederholen; die Be- 
handlung des Nackten ist beträchtlich conventioneller als gleichzeitig 
bei den Vivarini und bei lilantegna. Den Ersatz bildet ein sehr ent- 
wickelter Sinn für schöne und anmuthige Formen und für hühern 
Gefühlsausdruck; noch verhüllt und befangen bei Pietro Lombardo, 
der in den Köpfen mannigfach die Härten eines Bart. Vivarini theilt; 
gesteigert bis zum tiefsten und siissesten Reiz bei Leopardo. 
Die Antike wirkt nur stellenweise direkt ein, dann aber so stark 
wie vielleicht bei den damaligen Florentinern nirgends. Im Ganzen 
ist allerdings eher die Malerei der paduanischen Schule als Führerin 
dieser Sculptur zu betrachten. Mit ihr ist der Ausdruck vieler Köpfe, 
die Behandlung der Falten und Brüche des Gewandes, auch die Stel- 
lung vieler Figuren am nächsten verwandt. Aueh an Cima, Carpaccio 
und Giovanni Bellini wird man vielfach erinnert. 
Angewiesen auf die zum Theil zweifelhaften und unbestimmten 
Namengebungen, welche bis jetzt im Gange sind, können wir unmög- 
lich die einzelnen Künstlereharaktere scharf von einander abgrenzen. 
Unsere Aufzählung macht desshalb keinerlei systematische Ansprüche. 
Die ältern Bregni, Antonio und Paolo, erscheinen noch wie 
Schüler des Mastro Bartolommeo an dem Dogengrab Franc. Foscari
        

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