Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070113
620 
Sculptur des XV. Jahrhunderts. 
Venedig. 
Rizzo. 
genden giebt die Fortitudo ein herrliches Motiv, welches so ganz ver- 
schieden von Ghiberlzfs Art und doch parallel mit derselben die Frei- 
heit des neuen Styles mit der Würde des germanischen verbindet i). 
a- (An dem Hauptfenster gegen die Riva hin, welches der Verf. Re- 
paraturhalber verdeckt fand, will man in den Statuen ebenfalls Bis 
Styl erkennen. Ausserdem werden ihm die Apostel und der heil. 
bChristoph an der Fassade von S. Maria. de1l' Orto zugeschrieben; 
letzterer wohl am ehesten mit Recht; die Apostel scheinen von ver- 
schiedenen Händen zu sein 2). 
Dem wachsenden Kunstbedürfniss der Republik scheinen diese 
und andere einheimische Kräfte bald nicht mehr genügt zu haben. 
Donatello erschien in Padua (S. 597 ff); Verocchio wurde für ein grosses 
Denkmal in Anspruch genommen (S. (S03, a). Auch andere Toscaner ar- 
beiteten früher uud später in Venedig, wie z. B. die sonst nicht be- 
kannten Piero di Niccolö aus Florenz und Giovanni di Martino aus 
uFiesole, welche das Dogengrab Mocenigo (f 1423) im linken Seiten- 
schiiT von S. Giovanni e Paolo fertigten, offenbar unter Donatellds 
Einfluss (und kaum vor 1450); ciu Werk das sich durch die Schön- 
heit der Köpfe an den zahlreichen Statuetten auszeichnet. 
Die paduanischc Malersehule mit ihrem scharfen, ileissigen M0- 
delliren, ihren plastischen und antiquarischen Studien musste ihrer- 
seits ebenfalls auf die Sculptur wirken; keine Itlalereien des damaligen 
Italiens haben einen so ausgesprochenen plastischen Gehalt wie die 
ihrigen, Verocchio etwa ausgenommen.  X7Vahrscheinlich empfing von 
ihr aus der veronesische Bildhauer Antonio Rizzo seine Anregung- 
dVou ihm sind (um 1471) die Statuen Adam und Eva im Dogenpalast 
(unten gegenüber der Riesentreppe) gearbeitet; ersterer eine vorzüg- 
 Fast gleichzeitig mit der Porta della earta entstand das l-leiligengrab des 
i, Beato Pacilieo (1- 11437) im rechten Querschilf der Frari. Schlecht erhalten 
und ungünstig in dunkler Ilöhe befestigt, scheint es der Art des B. ähnlich. 
1') Von zvrei verschiedenen guten Zeit- und Stylgenossen sind in Madonna dell' 
M. orto vorhanden: auf dem 3. Altar rechts eine lebensgrosse stehende Madonna, 
von etwas deutschem Charakter; über der Sacriszeilhür die llalbiigur einer 
Madonna, milder und anmulhiger.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.