Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070029
Montelupo. 
Rovezzano. 
Rusticl. 
611 
Um das Ende des XV. Jahrh. arbeitete Baccio da Montelupo 
die Statue des Ev. Johannes an Orsanmicehele; ein gemässigter unda 
geschickter Nachfolger Verocchids, doch nicht ohne gezwungene Ma- 
nier. An einem der Dogenmonumente in den Frari zu Venedig (desb 
Pesaro, 1503) wird ihm die Statue des Mars zugeschrieben. 
In Benedetto da Rovezzano klingt noch einmal Ghiberti 
nach. Seine Reliefs mit den Thaten des heil. Johann Gualbert in dem; 
Uffizien (Gang der tosc. SculptQ, vom Jahr 1515, deuten noch wesent- 
lich in das vergangene Jahrh. zurück; viel delicates Einzelnes, meh- 
rere trcffliche dramatische Mnmente (der Transport der Besessenen, 
die Bannung des Teufels von dem kranken Mönch), aber auch Vieles 
matt und gedankenlos.  Die Statue des Ev. Johannes im Domd 
(Eingang zum Chor, rechts) ist eine ileissige aber äusserst geringe 
Arbeit. 
Beide letztgenannten überragt bei Weitem Giov. Franc. Ru- 
stici, von welchem die Bronzegmppe der Predigt des Täufers übere 
der Nordthiir des Baptisteriums gearbeitet ist. Er war Schüler Ve- 
rocchids und die Neider sagten dem Werke nach, dass ein anderer 
berühmterer Schüler jenes, Lionardo da Vinci , daran geholfen 
habe. Wie dem nun sei, es Vvaltßiä in der Gruppe jener Geist des 
Hochhedeutenden, welchen wir unter den Malern vorzüglich bei Luca 
Signorelli wiederfinden. Die innere Aufregung ist in dem Täufer und 
ganz besonders in den beiden zuhörenden Pharisäern mit ergrei- 
fender Kraft, in letztern wie verhehlt doch unwillkürlich hervorbre- 
chend ausgedrückt. Die Gewandung gehört noch mehr dem XV. 
Jahrhundert an , während das Nackte schon der grandiosen und 
freien Behandlung der höchsten Bliithezeit würdig erscheint.  Lio- 
nardo's eigene Sculpturwerke sind auf klägliche Weise zu Grunde 
gegangen. 
In Pisa spielt die Sculpmr seit Anfang des XV. Jahrh. keine 
Rolle mehr; ja man wavird selten in der ganzen Kunstgeschichte ein 
so völliges Aufhören einer blühenden und thätigen Schule so genau 
mit dem politischen Sturz der betreffenden Stadt (1405) zusammen- 
gehen sehen. Von einem guten Bildhauer, dessen Formen etwa an 

        

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