Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068125
Asklepios. 
Poseidon. 
Wassergötter. 
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Asklepios im Braccio nuovo des Vaticans trügt die sehr feinen, be-a 
sonnenen Bildnisszüge irgend eines berühmten Arztes, vielleicht eines 
Leibarztes des Augustus.  Von den beiden im zweiten Gang derb 
Ufiizien zu Florenz gleicht der eine dem neapolitanischen; der andere 
ist offenbar eine Porträtstatue, wie schon die hohen Schultern andeu- 
ten und wie die individuelle Stellung es noch wahrscheinlicher macht. 
Das Übrige hat der Restaurator gethan.  Auch in dem Asklepios 
im Palast Pitti (inneres Vestibul oberhalb der Haupttrepiae) könnten 
man eher einen griechischen Philosophen erkennen; mit nacktem 
Oberlcib, den linken Ellbogen auf eine Keule gelehnt, mit der linken 
Hand, die eine Rolle hält, den Bart berührend, die Rechte auf die 
ausgeladene Hüfte gestützt, schaut er mit dem Ausdruck des Sinnens 
vorwärts. Die Arbeit ist einfach und noch sehr tüchtig. 
Wer sich weiter überzeugen will, wie die griechische Kunst 
ideale Verwandtschaften auszudrücken und mit typischen Unterschie- 
den zu verschmelzen wusste, vergleiche den Kopf des Poseidon 
(Vatican, Museo Chiaramonti) mit dem otricolanischen Zeus. Die an- d 
gebornen Ziige sind bei beiden Brüdern dieselben, aber der Ausdruck 
des Meergottes ist unruhig, düster bis zu einem Anflug von Zorn, 
das Irlaar wirr und feucht. (Eine vollständige, aber in der Arbeit sehr 
unbedeutende Statue im Vatican, Galerie delle statue; eine andere im e 
Museum des Latcrans). 
Auch die übrigen Götter der grössern Wasser, also mit 
Ausnahme der Tritonen und der Quellgottheiten, sind grossentheils 
von Zeus Geschlecht und gleichen ihm, nur ins Befangene und dann 
bald in (las wohlig Geniessende, bald ins Schreckliche oder ins Beküm- 
merte hinein. Sie haben sein gewaltiges Haar, aber nicht wallend, son- 
dern feucht darniederhängend; seine in der Mitte erhobene Stirn, aber 
niedriger; seinen Bart, aber nicht lockig, sondern nass und oft mit 
SChuPPßH, ja mit kleinen Fischen durchzogen; seine grossartigen 
Lippen, aber mit bornirtem Ausdruck. Ihr Bau (Wo es nicht blosse 
Köpfe oder Masken sind) ist überaus mächtig und breit und entwickelt 
sich in ihrer liegenden, etwas aufgclehnten Stellung ganz besonders 
majestätisch.
        

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