Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069982
Mine da. Flesole. 
607 
gelernt und sie sogar schlechtweg Wiederholt 
in Banchi, in S. Siro, S. Annunziata u. s.  
( Statuen 
in 
Pietro a 
Einer der weniger begabten aber zugleich wohl der ileissigste 
aller dieser florentinischen Sculptoren nächst Donatello war Desideriois 
Schüler, der eben erwähnte Mino da. Fiesole (geboren nach 1400, 
hauptsächlich thütig im dritten Viertel des XV. Jahrhunderts). Der 
einseitige Naturalismus und die bekannten äusserliehen Manieren 
dieser Kunstepoche werden bei ihm , wie theilweise schon bei Dona- 
tello selbst, etwas Unvermeidliches; dabei ist seine Ausführung äusserst 
sauber und genau und bisweilen durch die schönsten Ornamente 
(Seite 235) verherrlicht. In einzelnen Fällen erhebt er (oder einer 
seiner Mitarbeiter) sich zu einer grosscn Anmuth; meist aber ist seinen 
Gestalten , abgesehen von der nicht eben geschickten Anordnung im 
Raum, eine gespreizte Stellung und eine geringe körperliche Bildung 
eigen; seine Reliefs gehören zu den überladensten, mit flachen und 
dabei unterhöhlten Figuren. 
Seine Thätigkeit vertheilte sich auf Florenz und Rom. In Rom 
scheint er eine bedeutende Werkstatt gehabt zu haben, wenigstens ist 
in den zahllosen Grabmiilern, Marmoraltären und Sacramentschränken, 
womit sich damals die römischen Kirchen füllten, sein Styl nicht sel- 
ten zu erkennen; Einiges ist auch bezeichnet oder durch Nachrichten 
gesichert. Weit das Wichtigste sind die Sculpturen vom Grab malb 
Pauls II  1471), jetzt an verschiedenen Stellen der Crypta von 
S. Peter eingemauert; die allegorischen Frauen in Hochrelief sind 
seine anmuthigsten Figuren, wenn auch von etwas gesuchtem Reichthum; 
die grosse Lunette mit dem Weltgericht merkwürdig als Zeugniss des 
ilandrischen Einflusses auch auf die Sculptur der Italiener; die Grah- 
statue nur durch das reiche Costüm interessant.  An dem Grabmal 
des Bischofs Jacopo Picolomini  1479) im Klosterhof von S. Agostino c 
ein ähnlich aufgefasstes kleineres Weltgericht. f Sicher von ihm: 
das Grabmal des Jünglings Cecco Tornabuoni in der Minerva (linksd 
vom Eingang); und der Wandtabernakel für das heil. Oel in der Sa-e 
cristei von S. Maria in Trastevere. Die Werke seiner römischen Nach- 
folger sind unten zu erwähnen.
        

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