Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069743
Lombardei. 
Genua. 
Neapel. 
583 
(T 1382) im Chor rechts, mit tüchtiger Bildnissügur und befangenern 
Statuetten;  das Dogengrab Corner, im Chor rechts (von dem Ur- 
heber der S. 582, b genannten Statuen?);  die Grabstatue des Do- 
gen Michele Steno im linken Seitenschiß, mit dem höhnischen Aus- 
Üruck u. a. m. 
Über die Stylnuancen in den germanischen Sculpturen des alten 
Herzogthums Mailand fehlte mir die eigene Forschung. Es wäre ein 
Verdienstliches Werk unter den 4000 Statuen des Domes von Mailand a 
die schönen und alten (deren nicht wenige sind) aufzusuchen und zu 
bezeichnen.  Die berühmtesten Heiligengriiber sind: des des S. Pe- 
trus Martyr in S. Eustorgio zu Mailand, von Giovanni di Bai-h 
dnecio 1339,  und die ausserordentlich reiche Arca di S. Agostinoc 
im Dom von Pavia, begonnen 1362, vielleicht von demselben Bonino 
da Campiglione, welcher (S. 167, e) bei den Gräbern der Seeli- 
ger erwähnt wurde. 
Gen uavist an dieser Stelle unglaublich arm im Vcrhältniss zu 
Seiner schon damaligen Bedeutung. Mit Ausnahme von drei Figuren 
über dem rechten Seitenportal von Madonna, delle Vigne habe ich nur I1 
ein Werk zu erwähnen: ein Bischofsgrab im Dom, zunächst beim zrvei- ß 
ten Seitenportal rechts, in der Höhe, mit dem Datum 1336. Der auf 
vier Löwen ruhende Sarcopheg hat ein fast pisanisch schönes Relief: 
der Auferstandene, Welcher von den Jiingern erkennt und angebetet 
wird. Auch die Grabstatue und die vorhangziehenden Engel sind gut. 
Die neapolitanische Kunstgeschichte beruft sich hauptsäch- 
lich auf zwei Namen, Masuccio den iiltern im XIII. und Masuccio den 
Jünger-n im XIV. Jahrhundert, welche auch als Architekten thätig 
Waren. Die Handbücher theilcn jedem von beiden das Seinige zu; 
Wir haben es hier nur mit dem Schnlstyl im Allgemeinen zu thun. 
Wenn der Anschein nicht trügt, so hat auch hier Giovanni Pi- 
39-110 eingewirkt, ist aber nicht ganz durchgedrnngen. S0 weit diese 
Ilßapolitauische Sculptur von den gemeinsamen Tugenden des germa- 
nischen Styles, der Würde der Stellung, dem reinen Fluss der Dra- 
Pßrien, dem Ernst und der Schönheit der Gesichtszüge mit bedingt ist,
        

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