Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069707
Venedig. 
Die Massegne. 
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In die letzten Jahrzehnde des XIV. Jahrhunderts fällt dann die 
Thiitigkeit der Brüder Jacobello und Pierpaolo delle Mas- 
Segne von Venedig. Von ihnen sind die vierzehn Statuen der APO-a 
stel mit Maria und S. Marcus, Welche in S. Mai-eo auf dem Geländer 
Stehen, das den Chor vom Qnerbau abschliesst; ebenso das Dogengrab 
Antonio Venier im linken Querschiif von S. Giovanni e Paolo; ausserdem b 
möchte ich ihnen das schöne Lunettenrelief über dem Eingang zum Vor- c 
hOf von S. Zaccaria (Madonna mit Johannes dem Täufer und S. Mareus) 
und in der Taufcapelle von S. M. de' Frari (sog. Cap. S. Pietro, links) d 
die fünf Statuen an der Wand über dem Taufbecken, sowie die iiinf 
obern Halbiiguren des dortigen Altars zuschreiben. (Die fünf untern 
ganzen Figuren sind etwa 60 Jahre neuer.) Vielleicht dürfen wir auch 
die ehemalige Decke der Pala. d'oro im Schatz von S. Marco hieher-e 
rechnen; sie enthiilt (in vergoldeter getriebener Arbeit) die Gestalten 
der Apostel l).  Mit einer meist etwas gedrungenen Bildung wird man 
in den genannten Werken eine ernste Anmuth, einen gediegenen Aus- 
druck und jenen idealen Schwung der Gewandung verbunden finden, 
den die Pisaner durch eine mehr zierliche Lebendigkeit ersetzen. 
Den Mastro Bartolomnieo, welcher den Übergang in den 
Styl des XV. Jahrhunderts bezeichnet, versparen wir auf die fol- 
gende Periode.  Von der grossen Menge anonymer Arbeiten germani- 
schen Styles, welche bis in die ersten Jahrzehnde des XV. Jahrhun- 
derts herabreichen, sind hauptsächlich diejenigen an S. Mareo hervor- 
zuheben.  
Und zwar wird es hier wohl gethan sein, den ganzen ältern pla- 
stischen Vorrath dieses wundersamen Gebäudes im Zusammenhang zu 
Ll. 
 Mit diesen Arbeiten ist der grosse Ma rmoraltar von S. Francesco in Bologna-v 
welcher ebenfalls dem Jacobello und Pierpaolo von Venedig zugeschrieben 
wird, kaum zu vereinigen. In dieser auszeichneten Arbeit ist statt des eigen- 
lhümliclien Schwnnges der Massegne in Haltung und Gewandung eher eine 
Zerbröckelung in kleine Motive und eine steife Stellung zu bemerken. Von 
den Charakterlxöpfen sind einige recht schön.  Auch dem Agostino und 
Agnolo von Siena, welchen Vasari den Altar zuschreibt, gleicht der Styl 
wenig. 
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