Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069699
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Germanische Sculptur. 
Venedig. 
Calendarlo. 
Gebäude führte bei sonst reichen Mitteln von selbst auf einen Ersatz 
durch plastischen Schmuck, und bei einem so durchgehenden Bedürf- 
niss konnte sich auch eine Schule und eine Tradition entwickeln. 
Eine gewisse Einwirkung von der pisanischen Schule her ist wohl 
anicht zu läugnen. Man sieht am vordem Portal von S. Maria de' 
Frari eine trefiliche Madonnenstatue, welche von Niccolo Pisano 
sein soll, der bekanntlich durch den Bau dieser Kirche zuerst den 
germanischen Baustyl nach Venedig brachte" (S. 137, c). Aus der pi- 
sanischen Schule ist sie jedenfalls, und vielleicht existirt noch Ande- 
res mehr von dieser Art i). Ausserdem aber hat der Norden, wie auf 
Giovanni Pisano, so auch auf die venezianischen Sculptoren einge- 
wirkt, und zwar auf diese sehr unmittelbar. Man erkennt diesen Ein- 
fluss in der cigenthümlichcn Rundung der jugendlichen Köpfe, in der 
grössern Strenge der Gewänder, in den ausgeschwungenen Stellungen 
(vgl. Seite 566), welche bei den Pisanern ebenfalls, aber in einer an- 
dern Nuance vorkommen. Das Wesentliche aber ist, dass dieser Styl 
an einer ganzen Anzahl von Werken mit Geist und Leben gehand- 
habt wurde. 
Die geschichtlichen Anhaltspunkte sind nur spärlich vorhanden, 
oder dem Verfasser nicht genügend bekannt.  Der erste notorische 
Meister ist Filippo Calcndario, welcher um 1350 den Dogen- 
palast erbaute und mit Sculpturen versah. Es sind diese grössere 
hReliefiiguren an den Ecken (Taufe Johannis, Sündenfall, Engel etc), 
und ganz besonders die ügurirten Capitäle der untern Ordnung. Wenn 
auch die geistvollsten und zierlichsteu  unläugbar diejenigen zu- 
nächst -bei S. Marco  erst von spätern Meistern sein sollten, so ent- 
halten doch auoh die übrigen (gegen die Riva und die ersten gegen 
die Piazzetta. hin) eine Menge von originell gewendeten, ausdrucks- 
vollen Figürchen (meist allegorischen Inhaltes). Die Hochreliefgruppe 
„Salomo's Urtheil", an der Ecke gegen S. Marco, ist als Ganzes un- 
geschickt, irn Einzelnen aber sehr würdig und wohl nicht viel später 
als Caleudario 2). 
 Vasari hatte eine dunkle Kunde, dass Andrea Pisano an S. 
tet habe. 
Q) Von dem bei Anlass von Bologna erwähnten Venezianer 
Venedig nichts erhalten. 
Marco gearbei- 
Lanfrani ist in
        

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