Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069682
Bologna und Perrai-a. 
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Wechseln ist) sind einige Denkmäler in Bologna zu beachten, meist 
Professorengräber der oben (Seite 574, g) beschriebenen Gattung. So 
eines des Juristen Saliceti (1403) im Klosterhof von S. Martino mag-a 
giore; ein anderes des Bartolommeo Saliceti (1412) im Klosterhof vonb 
ßnDomenico; (die Eckstatuen und oben der zweite Apostel neben der 
Madonna fehlen; das Relief der Zuhörer und die Putten an den Con- 
Solen unten sind gut und lebendig, die liegende Statue weniger). 
Von ähnlichem Styl, doch schon mehr in der Art des XV. Jahr- 
hunderts, das vortreifliche Grabmal des Juristen Antonio Bentivoglio c 
im Chorumgang von S. Giacomo maggiore; von den Statuetten sind 
zumal die der vier Tugenden lebendig und ausdrucksvoll. 
Die sonstigen bolognesischen Sculpturen germanischen Styles sind 
meist ebenfalls von Fremden gearbeitet. Unter den Urhebern der 
ziemlich unbedeutenden Heiligenbrustbilder am Sockel von S. Petronio d 
wird auch ein Deutscher, Hans Ferrabech genannt, welchem der 
5- Paulus angehört. Von dem Venezianer J acopo Lanfrani ist 
das Denkmal des Taddeo Popoli in S. Domenico, Nebencapelle dese 
linken Querschiiies, vom Jahr 1347, und dasjenige des Juristen Cal- f 
llerini,  1348, im dortigen Klosterhof; beides befangene Arbeiten. 
Sonst geben z. 'B. die Soulpturen am obern Theil des Dompor-g 
tals zu Ferrara einen Massstab für dasjenige, was etwa um 1300 
unabhängig von den Pisanern in diesen Gegenden erreicht wurde. 
(Äladonna; das Weltgerieht als Fries; drüber im Giebel der Welt- 
Pichter mit Heiligen und musicirenden Ältesten; weiter unten zu 
beiden Seiten Abrahams Schooss und der Schlund der Hölle.) Bei 
mancher Ungesehickliehkeit sind doch Köpfe und Gewandmotive fast 
durchgängig energisch und in ihrer Weise schön, das Ganze völlig 
aus Einem Guss. 
Nächst Pisa. ist wohl Venedig derjenige Punkt Italiens, wo die 
Sclllptur des germanischen Styles ihre wichtigste. Werkstätte hatte. 
Alle venezianische Malerei des XIV. Jahrhunderts, sowohl die noch 
byzantinische als die halb giotteske, steht an innerer Bedeutung hinter 
der gleichzeitigen Sculptur zurück. Die mangelnde Grossräumigkeit der 
B. Cicerone. 37
        

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