Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069626
Arnolfo. 
Sienesen. 
Cosmaten. 
571 
Von den Mitgencssen Giovannfs, die wir uns hauptsächlich heim 
Dßm von Orvieto um ihn versammelt denken dürfen, ist der als Bau- 
meister berühmte Florentiner Arnolfo del Oambio mit grösserer 
Befangenheit auf den germanischen Sculpturstyl eingegangen. Am 
Brunnen von Perugia beweisen es die Statuetten der mittlern Schale; 1 
Sie stehen als fühlten sie Nischen um und über sich. Auch die Fi- 
guren an den Tabernakeln von S. Paul und S. Ceeilia in Rom haben]: 
bei würdiger Gemessenheit doch etwvas Unfreies, das von Giovannfs 
Art weit abweicht. 
Agostino und Angele von Siena, die Erbauer der hintern 
Fronte des dortigen Domes (S. 135) haben ausser ihrer Mitarbeit in 
Orvieto nur ein Hauptwerk hinterlassen, von nur zweifelhaftem XVerthe. 
Die Sculptur ist schon seit der Trajanssäule immer in Verlegenheit 
gewesen, wenn sie eine Übermasse von Thatsachen an einem und dem- 
selben Denkmal verewigen sollte. S0 haben sich auch die Beiden we- 
llig zu helfen gewusst, als sie 1330 (las Mausoleum des politisch und 
kriegerisch berühmten Bischofs Guido 'l'arlati im Dom von Arezzoc 
(Seitenschiü links) arbeiteten. Die übliche Form  eine Nische mit 
Sarcophag und Giebel  behielten sie vergrössert bei und erzählten 
dem Beschauer in vier Reihen von je vier Reliefs übereinander die 
Thaten des Helden. Da. Vasariis Aussage sich streng genommen nur 
auf die Anordnung des Grabes im Ganzen bezieht, so möchte es wohl 
ZWeifelhaft bleiben, dass Giotto zu diesen ziemlich ungeschickten Com- 
positionen die einzelnen Zeichnungen geliefert habe. Viel besser sind 
die zwischen den Reliefs angebrachten Statuetten. 
Auch die letzten Cosmaten wurden sowohl decorativ als pla- 
stisch vom Styl und vielleicht vom persönlichen Einfluss Giovannifs 
berührt und die oben erwähnten Priilatengräber in der Minerva und in d 
S- Maria maggiore zu Rom (S. 166, b und e) möchten leicht zum Lie- ß 
benswürdigsten der ganzen Richtung gehören. Die stille Weihe, welche 
über diesen nur aus Wenigen aber schön geordneten Elementen be- 
stehenden Denkmälern ruht, hat der ungleich viclseitigere Meister mit 
Seinem Reichthum nie erreicht.  (Die Statue Oarls von Anjou, ehe-f 
mals im untern Saal des Senatorenpalastes auf dem Capitol, wo sie 
indess 1853 nicht mehr zu finden War, ist ein im Ganzen sehr un- 
geüügendes, aber als Porträt wichtiges Werk, von unbekannter Hand.)
        

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