Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069619
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Germanische Sculptur. 
Schule von Pisa, 
man eines vollendeten Porträts verdienen, von grossem Interesse; im 
Eifer des neugewonnenen Kunstvermögens hat Giovanni den Kopf und 
die Hände so im Einzelnen charakterisirt, wie etwa. Balth. Denner 
zu thun pflegt. 
Von seinen mit Namen genannten Schülern und Nachfolgern wird 
das Sichere unten aufgezählt. Seine Schule als Ganzes aber gicbt sich 
 in den zahlreichen Sculpturen des XIV. Jahrhunderts in und ausset- 
ahalb Pisa kund. In Florenz gehören z. B. die Statuetten mehrerer 
Gräber zu S. Croce wahrscheinlich hieher; die grossc plastische Werk- 
statt war eben damals überhaupt Pisa und nicht Florenz, sodass 
auch die geborenen Florentiner dort Lehre und Anregung empfangen 
mochten. 
In Pisa haben, wie es scheint, verschiedene Schüler noch bei 
Giovannfs Lebzeiten die vielen Statuetten an der Aussenseite der 
bvon ihm erbauten S. Maria della Spina verfertigt, die denn auch 
von sehr verschiedener Güte sind. Ganz trefflich und rein einige der 
zwölf gegen den Christus in der Mitte gewendeten Apostel, auch 
einiges am vordern Giebel. 
Noch unter Giovannfs Einfluss möchte auch die liegende Grab- 
cstatue Heinrichs VII im Carnposanto mit dem edel gewendeten 
Haupt und dem ganz vorzüglich drapirten Kaisermantel gearbeitet 
sein; die Apostel am Sarcophag zeigen unmittelbar den Styl seiner 
Schule. (Die sitzende Statue desselben Kaisers am andern Ende des 
Gebäudes ist nebst ihren Begleitern ein rohes Werk dieser Zeit.) 
Die spätere Zeit der Schule gicbt sich u. a. durch ein zierliches 
Rafiinement der Gewandung kund, wie diess z. B. an der schönen 
(Kverstiimrnelten) Madonna im Camposanto N. 179 zu bemerken ist, 
auch an der Gruppe eines Apostels mit zwei Propheten N. 69 u. s. W. 
Alles in Allem gerechnet, ist Giovanni der einflussreichste Künst- 
ler seiner Zeit gewesen. Ohne ihn hätte es keinen Giotto gegeben 
oder einen andern und befangenern.  Giotto verdankt ihm gewiss 
mehr als seinem Lehrer Cimabue.
        

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