Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069608
Giovanni Plsano. 
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Eigentliche Schönheit aus; im Nackten ist er Naturalist, in den Köpfen 
mehr lebendig und (Wo der Gegenstand es gestattet) jugendlich voll, 
als holdselig. Immer aber sind die conventionellen byzantinischen, die 
rohen romanischen Formen durch seinen Vater und durch ihn ent- 
schieden beseitigt. 
In Pisa selbst werden dem Giovanni noch mehrere Madonnen 
zugeschrieben? diejenige auf dem Vordergiebel des Domes; die thro-a 
nende Madonna mit Engeln in dem Baldachin über der einen Thürb 
des Camposanto (für ihn zu leblos). (Vasari führt noch andere Ma- 
donnen an.)  
Einen nahen Anspruch auf seinen Namen möchten die Propheten- 
figuren in den Füllungen zweier Beichtstiihle zu S. Micchele in Borgoc 
haben.  
Wie weit die ihm beigelegten Arbeiten im Camposanto ihmd 
angehören, ist schwer zu entscheiden. Am ehesten wohl die edle 
Statuette des Petrus (bei  vielleicht auch die bedeutende Gruppe 
(N. 47) einer Caritas, über den zusammengestellten Figuren der vier 
Cardinaltugenden, so viel harte Manier auch darin sein mag; sie könnte 
etwa für hohe, entfernte Aufstellung berechnet gewesen sein. (Die 
Nackte von den untern Figuren verräth die Nachbildung eines Venus- 
motives, in GiovannPs Formen.) Auch bei dem Heiligen mit der 
Wage  136) über einer Basis mit den sieben freien Wissenschaften 
(nebst der Philosophie als Königin) wird man am ehesten an Giovanni 
denken dürfen. Vollends kann der barocke I-Iercules (N. 2) kaum von 
einem andern sein als von dem Sohne Niceolö Pisands; Kopf und 
Seitenproül des Ganzen sind der Antike entnommen, die magere Bil- 
dung durchaus naturalistisch. 
Auch das Weihbecken mit den Statuen der vier Evangelisten ime 
rechten Querschiif des Domes steht der Art Giovanniis noch sehr nahe. 
In Padua findet sich noch ein bezeichnetes Werk GiovannPs: 
aJßhüs magistri Nieoli"; nämlich das Grabmal des Errico Scrovegnof 
hinter dem Altar in Madonna delP Arena (1321). Maria, im Gespräch 
mit dem ganz bekleideten Kinde auf ihrem Arm, und die beiden En- 
gel sind nicht bloss in der Art, sondern recht sehr in der Manier 
des Meisters; die Statue des Verstorbenen dagegen ist als eines der 
ffühstcn Werke welche seit Untergang der römischen Kunst den Na-
        

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