Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069537
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Romanls che Sculptur. 
Parma. 
(1135) und dem befangenern romanischen Styl an. (Die alten Origi- 
nale der ziemlich täuschend erneuerten Tragfiguren auf Löwen iindet 
man in einem Hofe hinter dem Chor.) Schon freier regen sich die 
aGestalten der sechs Monatsbilder an einem Anbau der Fassade rechts. 
Endlich sind die obern Sculpturen über dem Mittelportal ein wahr- 
haft bedeutendes Werk des germanischen Styles, etwa um 1300. (Die 
buntere Halle der Universität enthält einige Fragmente des altchrist- 
liehen und der spiitern Style.) 
c Mit den Sculpturen am Baptisterium und im Dom von Parrna ist 
man in einiger Verlegenheit, weil zweierlei Style einem und demsel- 
ben Künstler, Benedetto Antelami, zugeschrieben werden.  
Er nennt sich mit vollem Namen und mit dem Datum 1178 in dem Re- 
lief einer Kreuzabnahme, welches sichjetzt in der dritten Capellc rechts 
im Dom befindet; eine zierliche, aber noch sehr starre Arbeit, eher 
byzautinisch als romanisch. Dann hat ein "Benedictus" im Jahr 1196 
ddie Sculpturen am Südportal des Battistero gefertigt, und laut diesen 
Wohl auch die der beiden übrigen Portale, von welchen dasjenige ge- 
gen Süden durch sein fast mithreisches Aussehen die Liebhaber der 
damaligen Mystik glücklich machen wird. Diese, nebst den Engeln 
in den Nischen des Innern und den innern Thürreliefs können alle 
noch wohl von der gleichen Hand sein und würden dann einen all- 
mäligen Übergang des Antelami zur romanischen Art beweisen.  
Aber die schon ungleich lebendiger gebildeten Thiere am Sockel des 
Gebäudes aussen und die zwölf Hochreliefs mit den Monatsbeschiifti- 
gungen in einer obern Galerie des Innern zeigen einen so viel höhern 
Grad künstlerischen Vermögens, dass sie einem Andern angehören müs- 
sen und dieser wäre dann der bedeutendste Bildhauer Italiens vor oder 
neben Nie. Pisano gewesen. Lebendig und selbst schön bewegt er- 
innern diese Gestalten in ihrer plastisch trefflichcn Behandlung des 
Nackten unmittelbar an deutsche Arbeiten des beginnenden XIII. Jahr- 
hunderts. x 
e Wie wenig aber eine Schwalbe einen Sommer macht, zeigen die 
beiden ungeschlachten Löwen vor dem Dom, deren Datum 1281 über 
dem Hauptportal nebst dem nicht nennenswerthen Namen des Bild- 
hauers zu lesen ist. Sie sind Wieder ganz heraldisch und leblos.
        

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