Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069529
Modena. 
Verona. 
Ferrara. 
561 
Am Dom von Modena: Aussen an der Fassade die Geschichtena 
der ersten Menschen, im rechten Qnerschiif die Passion, von Nicolaus 
und Guilelmus, seit 1099. Diese Arbeiten sind nebst den Portalsculp- 
turen bei aller Rohheit merkwürdig als friihste Denkmals wahrhaft 
romanischen Styles in Italien. 
An der Fassade von S. Zeno in Verona (seit 1139) Sculpturenb 
derselben Künstler, Nicolaus und Guilelmus, schon mit höher ent- 
wickeltem Sinn fiir Anordnung im Raum und für Reliefbehandlung 
überhaupt. (Bes. die Erschaffung der Thiere.) Der belehrende Ver- 
gleich mit den Bronzeplatten der Thür, welche noch ganz berbarisch 
sind, zeigt, dass diese von der Thür des altern Baues entlehnt sein 
müssen. 
(Im Innern stehen an der Mauer des rechten Seitenschiües die: 
Statuen Christi und der zwölf Apostel, etwa vom Anfang des XIII. 
Jahrhunderts, sorgfältige Arbeiten. Wie gebunden die Kunst sich da- 
mals fühlte, wenn irgend ein höheres geistiges Verhältniss auszudrücken 
War! um die ehrfürchtige Unterordnung der Apostel zu bezeichnen, 
sind sie alle mit einsinkenden Knieen gebildet, am merklichsten die 
beiden zunächst bei Christus. Es war ein weiter Weg von da bis 
zu R-afaels Tapete: npasce oves measß) 
Die Sculptilren am Portal des Domes sind befangener als die and 
S. Zeno, die Löwen ganz heraldisch. Im rechten Seitenschiif befindet 
sich ein Weihbecken romanischen Styles, auf drei burlesken, nackten 
Tragfiguren (die vierte fehlt). Das XV. Jahrhundert, Welches diese 
hßlbdamonischeix Fratzen nicht mehr als solche verstand, glaubte sie 
in Gestalt von Buckligen nachahmen zu müssen. Dieser Art ist der 
ganz tüchtige Gobbo, welcher in S. Anastasia. das Weihbecken linkse 
mit so aufrichtiger Anstrengung trägt. (Derjenige rechts ein geringes 
viel späteres Gegenstück.) 
Das Taufbecken in S. Giovanni in Fonte (X11 Jahrhundert) zeigtf 
in seinen Reliefs den sauhern und sogar schwungreichen romanischen 
Styl mit noch ziemlich ungeschickten Motiven verbunden. (Die ein- 
Zelnen Theile von verschiedenem Werthe.)  
Von den Sculpturen an der Fassade des Domes von Ferrarag 
gehören diejenigen des Mittelportals selbst noch der Gründungszeit 
3. Ciceraric. 36
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.