Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069491
558 
Sculptur des Mittelalters. 
Kirchengeräthe. 
Hostienbüchse mit der Reliefdarstellung der Anbetung der Könige 
avielleicht aus dem VI. Jahrhundert.  Mehrere Reliquiarien ver- 
schiedener Zeiten im Tcsoro von S. Mareo. X 
Kreuze, Diademe u. dgl. sind im ersten Jahrtausend sehr bar- 
barisch und auf die blosse Kostbarkeit hin gebildet worden. (Bei- 
hepiele im Domschatz von Monza; die eiserne Krone, VII. Jahrhun- 
dert  macht kaum eine Ausnahme.) 
Von den Kirchenschiitzen Italiens sind die beiden genannten v0: 
Monza 1) und von S. Marco in Venedig wohl die sehenswerthesten 
vIn den Domsehätzen" von Mailand und Neapel überwiegt auf eine trau- 
rige Weise der schlechteste Silberguss aus den beiden letzten Jahr- 
hunderten, welcher kaum einen andern Zweck verräth, als das vor- 
handene Metall zu möglichst massiven Blöcken und damit mögliche 
d wenig transportabel zu machen. Der Schatz von S. Peter gehört über- 
haupt nicht zu den reichsten und enthält wenig Altes (dafür abe 
einige gute Renaissanceleuchter, welche man dem Michelangelo um 
dem Benv. Cellini zusehreibt).  Einzelne kirchliche Antiquagliei 
der verschiedensten Style und Gattungen findet man gesammelt in Flo- 
erenz (Ufüzien, II. Zimmer der Bronzen, 14. Schrank und Ecksehranl 
links, wo sich u. a. die berühmte Pax des Maso Flniguerra befindet) 
fin Neapel (Museum, Abtheilnng der Tcrracottcn, II. Saal), in Mailam 
g (Sammlungen der Ambrosiana), in Brescia (Museo patrio) und ander- 
wärts. 
Der plastische Erz guss ist im frühern Mittelalter für Italic: 
nicht von derselben Wichtigkeit, wie für Deutschland. Die einzig 
Anwendung des Erzes im Grossen, nämlich diejenige für Kirchen- 
, 1) Die eiserne Krone wird nicht in der Schatzkammer, sondern auf dem Alta 
u. einer Capelle rechts vom Chor aufbewahrt.  Im Schatz u. a. der Kam: 
und der Fächer der Königin Theodelinde; das ihr von Gregor d. Gr. gc 
schenkte Kreuz; ein anderes Kreuz mit den an Keuchen daran hängende 
Goldhugeln; ein goldenes Pulthlutt  von ihr gestiftet, mit aufgenietete 
Gemmen; ihre Krone, d. h. ein Goldreif mit runden emaillirten Knüpfche 
und Edelsteinen ctc.; endlich das Kreuz von Italien, bedeckt mit Edelsteine 
und Email, gestiftet von Berengar I (IX. Jahrhundert). Das Meiste Aziem 
lieh roh und primitiv, das Kreuz von Italien wie nach dem blossen Augen 
mass verfertigt.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.