Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069481
mPWchen. 
Büeherdackel. 
Reliquiarien. 
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über (lern hintern Altar von S. Peter in Rom eingeschlossen ist, dürfte 
nach den Abbildungen zu nrtheilen mit Elfenbeinm-beiten aus ver- 
schiedenen Zeiten geschmückt sein. (Unter andern die Thaten des 
Hercules und die himrniichen Zeichen.) Oft nahm man mit antiken 
Steinsesseln vorlieb; auch von dem steinernen Wagen in der Salaa 
della Biga. (Vatican) hat das erhaltene antike Stück (mit den schönen 
Ornamenten) als bischöflicher Thron in S. Niarco zu Rom dienen 
müssen. 
Von kleinerni kirchlichen Prachtgeräth sind die sog. Diptychen 
vorzüglich bemerkenswerth: zwei Elfenbeindeckel, der eine oder beide 
mit Reliefs versehen, dem jeweiligen Verzeichniss der Katechumeneu 
oder dem der Geistlichen zum Einband dienencl. Einige sind für die 
Kirchen eigens gefertigt und demgemilss sculpirt, andere sind herge- 
schenkte sog. Consulardiptychen, welche den Consul oder den Kaiser 
darstellen, indem er das Signal zum Beginn der öffentlichen Spiele 
giebt. (Mehrere im Domschatz von Monza: das schöne mit Cicerob 
und einer Muse etwa. aus dem IV. Jahrhundert; das eines Kaisers, 
angeblich Hadrian, mit einer weiblichen Figur nicht viel später; das 
zweier geputzter Consuln, die nachträglich zu Heiligen gemacht Wor- 
den, etwa aus dem VI. Jahrhunderte-Ein Diptychon des letzten Con-c 
suls Anicetus in den Uffizien zu Florenz, II. Zimmer der Bronzen, 
11. Schrank.)  
Den Diptychen schliessen sich die übrigen elfenbeinernen Bü c h er- 
deekel an, bei Welchen man sich die Bücher als liegend, nicht als 
in Reihen stehend denken muss. (Der untere Deckel wenig oder gar 
nicht verziert.) Ein schöner und früher im Museo cristiano; andereä 
hauptsächlich in Bibliotheken. Häufiger kommen Biieherdeckel mit 
getriebenen Figuren von vergoldeter Bronze und mit Emailzierra- 
fhen vor. 
Von Reliquienkasten wüsste ich kaum einen sculpüten zu 
nennen, der mit den bessern nordischen Arbeiten dieser Art wetteifern 
könnte. Das Email überwiegt vollständig zumal in den noch jetzt 
Behr zahlreich vorkommenden kleinen Reliquienkästchen.  Ein Elfen- 
beinkästchen mit den Halbfiguren der Apostel in zierlichstem byzantini- e 
Schem Flachrelief des X. bis XII. Jahrhunderts findet man in dem 
genannten Raume der Uffizien, 14. Schrank.  Ebenda eine runde
        

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