Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069472
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Sculptur des Mittelalters. 
Altäre. 
Throne. 
Die kostbarern Altäre erhielten bis ins XII. Jahrhundert einen 
Überzug auf allen vier Seiten oder doch auf der Vorderseite des Tisches, 
womöglich von Goldblech, mit einer Reihe von Figuren oder von 
ganzen Historien in getriebcner Arbeit; die Einrahmungen wurden mit 
Email, auch mit aufgenieteten antiken Gemmen verziert. Die einzige 
vollständig erhaltene Bekleidung dieser Art, von einem Künstler Volf- 
avinus, aus der ersten Hälfte des IX. Jahrhunderts, umgiebt den Hoch- 
altar von S. Arnbrogio in Mailand, welcher ausserdem durch die gleich- 
zeitigen, bemalten, ziemlich sorgfältigen Steinsculpturen seines Giebels 
merkwürdig ist. Als Bild des Kunstvermögens der carolingischen 
Epoche ergicbt sich daraus eine sonderbare Mischung von classisehen 
Reminiscenzen, eigenthiirnlichem Ungeschick und byzantinischer Zier- 
b lichkeit.  Der Altarvorsatz (pala d'oro) von S. Marco zu Venedig, ein 
Werk des X. Jahrhunderts aus Constantinopel, enthält bloss iiusserst 
saubere Ernailgemälde auf zahlreichen Goldplatten; sein bronzener und. 
vergoldeter Deckel dagegen, eine gute venezianische Arbeit des XIV. 
Jahrhunderts, zeigt in den Hochreliefüguren der Apostel den ent- 
cwickelten germanischen Styl.  Ein Altar-Vorsatz von Elfenbein mit 
vielen Histcrien (XII. Jahrhundert) in der Sacristei des Domes von 
Salerno.  Bei spärlichen Mitteln vertrat auch wohl Stuceo, Vergol- 
dung und Malerei das Relief und Ernail aus edlerm Steife. Ein A1- 
dtarvorsatz dieser Art, datirt 1215, in der Acad. zu Siena, erster Raum. 
 Über das Bauliche der Altiire vgl. S. 79, 97 u. f. 
Kleine Hausaltiirchen, meist mit sehliessbaren Seiteniliigeln 
e(a31s Triptychen), wurden vorzüglich aus Elfenbein verfcrtigt. Das 
Museo eristiano des Vaticans enthält unter inehrern Beispielen aus 
verschiedenen Jahrhunderten ein sehr ausgezeichnetes byzantinisehes 
Triptychon von der delicatesten Behandlung. Die Anwendung des Elfen- 
beins zu kleinen Altären hat übrigens bekanntlich nie ganz aufgehört. 
Bischöfliche Throne erhielten bisweilen eine ganze oder theil- 
weise Bekleidung mit Elfenbeinplatten, auf welchen Figuren und ganze 
fGesehichten eingeschnitten sind. Dieser Art ist der Thron des heil. 
Maximian in der Sacristei des Domes von Ravenna, mit Reliefs von 
verschiedenen Händen (wie es scheint) des IV. bis VI. Jahrhunderts; 
das Beste die Einzelgestalten an der Vorderwand unten. Auch der 
gThron des heil. Petrus , welcher in Berninfs colossale Erzdecoration
        

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