Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069461
Sarcophage und andere Steinsculptur. 
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Die ältern dieser Sarcophage zeigen ganz dieselbe fortlaufende 
Erzählungsweise mit Vereinigung mehrerer diehtgedrängter und be- 
Wegter Scenen auf demselben Raum, wie die spätheidnischen Arbei- 
ten. Der etwas stenographische Vortrag dieser Ereignisse wird selbst 
dem bibelfesten Beschauer einigermassen zu schaffen machen; auch 
die beständige Gegenüberstellung von Vorbildern aus dem alten und 
Gegenbildern aus dem neuen Testament erleichtert das Erkennen nicht 
immer, weil diese Bezüge zum Theil etwas gezwungen sind. Eine 
beschreibende Aufzählung und Deutung würde hier sehr weit führen; 
das Nothwendige in Betreff des Museo cristiano und der Grotten giebt 
Platner in der nßesehreibimg Roms". _ 
Bei abnehmendem Kunstvermögen gab man bald auch das fort- 
laufende Relief Preis und theilte die einzelnen Vorgänge durch Säul- 
ehen ab. In dieser Form übernahm das Mittelalter den Sarcopha-g 
und bildete derselben auch seine Reliquienschreine im Grossen und 
im Kleinen nach. 
Mehr und mehr schrumpft die Sculptur zu einer Kleinkunst 
Zusammen und beschränkt sich allmählig auf die Stoffe, mit welchen 
Sie einst in uralten Zeiten begonnen, auf Gold, Silber, Erz und Elfen- 
bein. Und dabei machen ihr fast in allen Gattungen, die sie noch ver- 
tritt, das Email, die Malerei und die eingelegte Flaeharbeit die Stelle 
streitig. Steinern bleiben bloss die Sareophage und die wenigen Re- 
liefs, Welche auch die Byzantiner innen und aussen an ihren Kirchen 
anzubringen pflegten. (Einige in und an S. Marco in Venedig.) Auch 
erhielten wohl die Altarscliranken (eancelli) und die Kanzeln biswei- 
len einen figürlichen Schmuck von Stein. (Sculpirte ehemalige Altar-a 
Schranken mit den Geschichten Simsons und Christi, aus dem XI. oder 
X11. Jahrhundert, in S. Restituta am Dom zu Neapel, hinten links.) 
Im Bewusstsein der eigenen Ungesehickliehkeit wandte man bisweilen 
antike Sarcophage zu verschiedenem Kirchensehmuck an , trotz ihres 
heidnischen Inhalts (S. 549, gbis l). (Ein altchristl. Sarcophag als Träger b 
der Kanzel in S. Ambrogio zu Mailand; an der Kanzel selbst der bron- 
Zene Adler und der Evangelist, etwa X. Jahrhundert; die übrigen 
Figuren ziemlich barbarisch, XII. Jahrhundert.) 
Vorn übrigen Vorrath plastischer Arbeiten wollen wir nur einige 
bezeichnende Beispiele für jede Gattung anführen.
        

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