Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069456
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Sculptur des Mittelalters. 
Saroophage. 
ganze Geschichten entstehen. Von grosser poetischer Wirkung ist so- 
dann neben dem geschichtlich Biblischen das Symbolische, Welchei 
sich in der Parallelisirung alttestamentlieher und neutestamentliche 
Vorgänge, in einer Anzahl eigenthiimlicher Gestalten und namentlicl 
in Beziehungen aus der Offenbarung Johannis ausspricht. Man mus 
nur immer das Ganze, yvenigstens so Weit es erhalten ist, ins Aug: 
fassen, denn nur als Ganzes will es sprechen undtwirken. Allerding: 
bezieht sich diess Alles mehr ailf die Malerei, doch verlangen aucl 
die plastischen Überreste, dass man auf diesen Standpunkt eingebe 
Das Einzelne des Styles, Wovon bei Anlass der Malerei umständ- 
licher die Rede sein wird, ist hier mit zwei Worten zu schildern. Bi: 
in das VDI. Jahrhundert dauert der antike plastische Styl in meh 
oder weniger deutlichen Nachklängen fort; dann erfolgt eine Thei- 
lung; der eine WVeg führt in barbarisehe Verwilderung der Form, de 
andere in die byzantinische Regelmiissigkeit. Diese schaiTt eii 
bestimmtes System von Körperbildungen, Gewandungen, Bewegungei 
und Ausdrucksweisen, lernt es auswendig und reprodueirt es uner- 
müdlich mit einer Sicherheit, welche fast ansdiejenige der alten ägyp- 
tischen Kunst reicht.  Beide Wege berühren und kreuzen sich ii 
Italien bisweilen; hie und da wirken auch frühchristliche, bessere 
Muster weit abwärts. 
Von der antiken Kunst noch am nächsten berührt, ja als eine 
Wahre Fortsetzung derselben erscheinen die christlichen Sarco phage 
aDie bedeutendste Sammlung derselben laelindet sich im Museo eristiam 
b des Vaticans 5 andere (z. B. der wichtige des Bassus) in der (Xypta. V0] 
ß S. Peter (den sog. Grotte vaticane), im Camposanto zu Pisa (S. 550, b] 
in sehr vielen italienischen Kirchen (meist als Altaruntersätze), haupt- 
dsäehlich zu Ravenna. (Dom, S. Apollinare in classe, S. Vitale etcQ 
und ausserhalb Italiens besonders im Museum von rlrles, einige wich- 
etige auch im Louvre. (Derjenige von S. Franeeseo de, Conventual 
zu Perugia, linkes Querschiff, enthält eines der besten Exemplare des in 
IV. Jahrhunderts kunstüblichen Christus im Knabenalter; dasselbe gil 
fvon dem ebenfalls treftlichen in S. Franceseo zu Ravenna. (Altar der 
rechten Seitentribuna.)
        

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