Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069280
Innere Gesetze das Reliefs. 
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Künstlern in Rom und Italien arbeiten, auch wohl copiren lassen. Es 
sind Tafeln, runde und viereckige Altäre und Piedestale, runde Tem- 
pelbrunnen (röm. Name: Puteal), Basen von Dreifiissen, Marmorvasen 
I1. s. w. Von den im sog. 'l'empelstyl gearbeiteten, welche einen 
nicht geringen Theil der Gesamrntzahl ausmachen, haben wir oben 
des Beispiels halber einige genannt; ungleich wichtiger sind immer 
die "Werke des entwickelten griechischen Styles. 
Um die Entstehung dieser Darstellungsweise zu begreifen, wird 
man sich einen architektonischen Rahmen hinzndenken müssen. Es 
ist die Sculptur in ih'rer Abhängigkeit von den Bau- 
werken, die sie schmücken aber nicht beherrschen soll i). An den 
griechischen Tempeln nun rief der Aussenbau mit seinen starken, 
scharfschattigen Formen das H0 ehrelief hervor, Welches die mensch- 
liche Gestalt bis zu drei Viertheilen heraustreten lässt; an der Innen- 
seite der Halle dagegen und an der Cella fand das Basrelief in 
dem gemeinsamen I-Ialblicht seine Entstehung. Eine scharfe Scheidung 
zwischen beiden darf man natürlich bei spätem Werken, die ohne 
Specielle Rücksicht auf bauliche Aufstellung entstanden sind, nicht 
verlangen. 
Ein weiteres architektonisches Gesetz, welches im Relief lebt, 
ist die Beschränkung des darzustellenden Momentes auf wenige, 
möglichst sprechende Figuren, welche durch Entfernung oder deut- 
liche Contraste auseinander gehalten werden. Die Vertiefung des 
Raumes wird nur sehr beschränkt angenommen, die Verschiebung der 
Gestalten hintereinander nur massig angewandt. Zur römischen Zeit 
glaubte man das Relief durch masslose Aufschichtuug von Figuren, 
durch Annahme mehrerer Pläne hinter einander zu bereichern, wobei 
jene Unzahl von Arbeiten entstand, die man nur betrachten mag so 
lange nichts Griechisches daneben steht. 
Die Bezeichnung des Örtlichen ist entweder eine kurz andeu- 
tende, welche durch einen Pfosten ein Haus, durch einen Vorhang 
ein Zimmer markirt, oder eine symbolische, welche das Wasser durch 
eine Qnellgottheit, den Berg durch einen Berggott persönlich macht. 
Ausgefiihrte Darstellungen von Landschaften und Gebäuden, perspecti- 
 Das Extra 
des Missb 
rauches siehe 
385.
        

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