Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069267
Adler etc. 
Fabelthiere. 
535 
den sämmtlichen Darstellungen des Ganymed zeigt allerdings vielleicht 
keine einzige den Adler mit vollkommenem Lebensgefühl durchgebil- 
det, wenn es auch an guten Motiven nicht fehlt  Als Symbol 
an römischen Denkmalen wurde wieder aus andern Gründen der Adler 
nur decorativ behandelt. Irgend einmal aber hatte sich die Kunst 
ernstlich des Königs der Vögel angenommen und ihn auf immer so 
stylisirt, wie er bis heute plastisch pflegt gebildet zu werden, nämlich 
mit beträchtlicher Verstärkung der untern Theile (eine Art starkbeiie- 
derter Knie) und mit grossartig umgebildetem Kopf. Eines der besten 
Exemplare bleibt immer der Reliefadler in der Vorhalle von SS. Apo  a 
stoli zu Rom. 
Für den Begriff der quantitativen Ausdehnung, welche diese 
Thiersculptui- erreicht hatte, sorgt, wie gesagt, die Sala degli Ani-b 
mali. Hier findet sich der Elephant wenigstens in verkleinertem Re- 
lief, der Minotaurns, von einem Kameel der riesige Kopf, auch das 
Haupt eines Esels (ohne besondern Humor), mehrere Krokodile, Pan- 
ther, Leoparden (mit eingelegten Flecken); dann Gruppen des Kampfes 
und der Beute, wie die von Löwe und Pferd (s. oben), Hund und 
Hirsch, Panther und Ziege, Bär und Rind etc.; kleine Amphibien und 
Seethiere, oft von farbigem Marmor; von Vögeln namentlich Pfauen 
u. a. m. Manches hat den Charakter blasser Spielerei. 
Ansserdem wird man in den Sammlungen kleiner Bronzen 
(z. B. Museum von Neapel, drittes Zimmer, Uftizien in Florenz, zwei-c 
tes Zimmer der betreffenden Abtheilung, sechster Schrank) eine grossed 
Anzahl und zwar gerade der schönsten und lebensvollsten Thier- 
motive vorfinden; am letztgenannten Ort u. a. einen trefflichen Stier 
mit menschlichem Angesicht, von griechisch seheinender Arbeit. Auch 
hier gicbt sich die antike Kleinsculptur nicht als Fabrikantin artiger 
Nippsachcn, sondern als eine des Grössten fähige Kunst zu erken- 
nen (s. 496, 497). 
Eine Anzahl von T hieren konnte ihrer Natur nach bloss in der 
Malerei und höchstens im Relief zu ihrem Rechte kommen. Dicss 
sind ausser den Fischen die siimmtlichen fabelhaften Wasser- 
Wesen, Seestiere, Seepanther, Seeböcke, Seegreife u. s. w., welche 
den Zug der Tritone und Nereiden begleiten; die Tritone selbst sind, 
wie oben (S. 484) bemerkt, aus einem menschlichen Oberleib mit dem
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.