Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068041
Werth derselben. 
M3 
Diess Alles darf den Beschauer zu einiger Vorsicht stimmen. Es 
ist Echtes und Wohlerhaltenes genug vorhanden, um bei fortgesetzter 
Beobachtung zu einem ausgebildeten Urtheil zu gelangen. XVer an 
irgend einer Restauration Anstoss nimmt, bemühe sich, eine bessere 
auszudenken; gewiss eine der edelsten Thätigkeiten, zu welchen der 
Anblick antiker Werke den sinnenden Geist anregen kann. 
Den Restauratoren wird begreiflicher Weise ihr Geschäft häufig 
sehr erleichtert durch das Vorhandensein besser erhaltener Exemplare 
desselben Werkes. Über die Herstellung z. B. des Satyrs mit dem 
Beinamen des nßerühmten" (periboetos), der sich in allen Sammlun- 
gen, oft mehrfach, vorfindet, kann gar kein Zweifel obwalten. Für 
Manches aber sind die Künstler auf Analogien, namentlich auf die 
Reliefs beschränkt, wo sich wenigstens der 'I'ypus derjenigen Gestalt, 
die sie unter den Händen haben, vollständig vorfindet. Für Einzel- 
bildung und Bewegung namentlich der Arme und Beine ist natürlich 
Jeder auf sein Gefühl und sein Studium der Alten angewiesen. 
Marmorne und andere steinerne Zierrathen, wie Candelaber und 
Vasen, sind, wie oben bemerkt, oft zu zwei Drittheilen nach irgend 
einem Fragment restaurirt; von den Vasen ist namentlich der Fuss 
nur selten alt, die Henkel und der obere Rand meist nach Massgabe 
der Ansätze ergänzt. Reliefs sind bisweilen nach geringen Ansätzen 
von Füssen, Geriithen, Gewandsäumen u. dgl. um mehrere Figuren 
vermehrt worden. 
Je neuer die Auffindung und Restauration eines WVerkcs ist, desto 
gewissenhafter (im Allgemeinen gesprochen) wird man dasselbe be- 
handelt finden. Die grossen Fortschritte der Alterthumswissensehaft 
und des vergleichenden Studiums seit hundert Jahren haben hier den 
heilsarnsten Einfluss ausgeübt. Die Restaurationen früherer Künstler, 
Z- B. in der alten farnesischen und mediceischen Sammlung waren oft 
nicht bloss an sich stylwidrig und selbst sinnlos, sondern leider auch 
mit einer Überarbeitung und Glättung des ganzen Werkes verbunden, 
welches man mit den neuen Zuthaten in Harmonie bringen wollte. 
Da. die Antiken damals nicht zur Belehrung in öffentlichen Museen, 
sondern als Zierrath in den Palästen der Grosseix aufgestellt wurden,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.