Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069194
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Antike Sculptut. 
Masken. 
Apoll, zwei Athleten, eine sog. Sappho) ein guter römischer Porträt- 
kopf, verschrumpft und sauer blickend, in einem Nebengang rechts. 
a Im Camposanto zu Pisa: (bei XL) hfarcns Agrippa, weni- 
ger erhalten aber ebenso echt als der florentinische Kopf. (Ebenda 
mehrere- gute Götterköpfe. Der angebliche Brutus, bei IV, ist offen- 
bar modern.) 
Vergebens sucht man Auskunft über den Ursprung und ersten 
Gebrauch der so häufigen und zum Theil so trefllichen marmornen 
Masken. Wenn die Archäologie nichts dagegen hat, so wollen wir 
einige harmlose Vermuthungen aufstellen, die neben jedem erwiescnen 
'I'hatbestand in ihr Nichts zurückzutreten bereit sind. 
In den heitern Tagen des alten Athens muss mit der beginnenden 
Bliithc der Tragödie und der Komödie auch die Kunst, tragische unrl 
komische Masken für die Bühne zu machen, eine beträchtliche Höhe 
erreicht haben. Der Grieche ertrug bekanntlich auf dem 'l'hcater 
lieber ein künstliches Gesicht und eine künstliche Leibeslänge (mit- 
telst der Kothurne) als die persönliche Physiognomie irgend eines 
Schauspielers; diese hätte ihm selbst bei der grösstexi Schönheit nie 
die typisch-idealen Züge geboten, Welche einmal von den tragisc-hen 
und komischen Charakteren unzertrennlich schienen. Welches Schau- 
spielers Antlitz hätte für den gefesselten Prometheus und für seine 
Peiniger Kratos und Bia ausgereicht?  Die Masken aber, wo man 
sie auch aufbewahrte, müssen, selbst nur einfach an der Wand auf- 
gehängt, ein bedeutendes, monumentales Aussehen gehabt haben, das 
man bleibend festzuhalten versucht sein musste; Keinem jedoch kann 
dieser Gedanke früher und eher gekommen sein, als dem Masken- 
macher selbst, der ja ein bedeutender und gewiss in hohen Ehren 
gehaltener Künstler war,  vielleicht zugleich Bildhauer in einer Zeit, 
die noch so wenig die Kunstgattungen trennte. Ausscr dem Theater 
wurden eine Menge Masken gebraucht bei Aufzügen, Processionen und 
Festlichkeiten aller Art; wie konnte man dergleichen besser ansagen 
als durch das Aushängen von Masken an Schnüren oder Laubgewin- 
den?  An irgend einem Gebäude, das mit solchen Bestimmungen
        

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