Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069103
Kaiser als Heroen. 
Kaiserlnnen. 
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Rechte zum Sprechen erhoben oder einen Globus haltend, die Linke 
das Schwert und einen Bausch des Gewandes fassend. Die werth- 
vollste Statue dieser Art ist der berühmte colossale Pompejus (ima 
Palast Spada zu Rom), Wahrscheinlich dasselbe Bild, zu dessen 
Fiissen der ermordete Cäsar niedersank. Wir rechnen ihn der heroi- 
schen Auffassung nach hieher, obschon er kein Kaiser wvar i). Was 
folgt, ist grossentheils untergeordnet oder durch den Kopfwechsel weit 
empündlicher entstellt als die Geharnisehten. Zum Besten gehören 
ein paar Statuen des L. Verus (im Braccio nuovo des Vaticans, imh 
dritten Gang des Museums von Neapel u. a. a.  abgesehen von 
den unangenehmen Ziigen. Von den grossen Bronzen dieser Art im 
Museum von Neapel erhebt sich keine über das Mittclmiissige, auchc 
der Germanieus nicht; von den marmornen (im dritten Gange) sindd 
ausser Verus noch mehrere von mittelguter Arbeit; der eolossale Ale- 
xander Severus aber (in der untern Vorhalle) schon iiusserst leblos. e 
Sehr ansprechend die Statue eines jungen Prinzen von ähnlichem Typus, f 
im Museo Chiaramonti des Vatieans.  Geringere nackte Kaiserkiu- 
der: die Bronzestatue im hintern Saal der Villa Borghese; der Prinzg 
im Verbindungsgang der Uflizien zu Florenz.  Im Allgemeinen wer- h 
den die halhnackten Thronenden schon desshalb den Vorzug vor den 
nackten Stehenden haben, weil das Auge bei jenen einen Poiträtkopf 
erwartet und erträgt, da sie wirklich nur erhöht aufgefasste Bildnisse 
sein wollen, bei diesen dagegen sich auf einen heroischen Idealkopf 
gefasst macht, statt dessen aber wohlbekannte Ziige findet. 
Die Kaiserinnen sind durch keinerlei besondcrn Schmuck von 
den Statuen anderer römischer Damen unterschieden?) Das Preis- 
Würdigste wurde bei Anlass der weiblichen Gewandstatuen beiläufig 
erwähnt; die Kaiserinnen als Göttinnen, z. B. häufig als Venus, zeigen 
 Ebenso ist hier der Colossalstatzxc des M. A grippa zu gedenken, welche 
sich zu Venedig im Hof des Pal. Grimani (unweit S. Maria Formosa) bc- i? 
lindet. Nur decorativ behandelt, aber ein grossartiges Beispiel heroisch- 
idealer und doch getreuer Bildnissaulfassung. Die starken Restaurationen 
fallen in die Augen; doch scheinen alt und nur neu angesetzt: Tronco, Bu- 
sis, Cista und vielleicht der Delphin, welcher den Seeheldcn bezeichnet. 
z) Selbst das Diadem möchte wohl auch andern Frauen zugekonunen sein, ebenso 
der oft sehr nhsonderlich scheinende Ilaarpulz. Vgl. S. 521, Anm. 2.
        

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