Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069028
Statuen und Köpfe berühmter Griechen. 
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Im Vorsaal der Villa. Ludovisi zu Rom: eine unbekannte, vor-u 
trefflich drapirte Statue (mit römischem Kopf  bezeichnet als das 
Werk des Zenon, Sohnes des Attinos, von Aphrodisias. 
Unter mehrern Statuetten dieser Art (Einiges im obern Gang desb 
Vaticans, u. a. a. O.) müssen zwei im Museum von Neapel (Halle der 
Musen), die eine mit der Inschrift: Moechion, besonders hervor-ß 
gehoben werden; köstliche, lehensvolle Figuren, Geberden und Ge- 
wandungen; nicht in feierlichem Reden, sondern etwa in ruhigem 
Dociren gedacht, bequem rückwärts gelehnt, in beiden Händen Schrift- 
rollen. Endlich der zweifelhafte Anakreon im Musenzimmer der Villad 
Borghese, und „Aristides der Smyrnäer" im Museo cristiano des Va- e 
ticans, beide in ihrer Art bedeutend. 
In den Ufiizien zu Bllorcnz könnte der n-Tupiter" (im zweitenf 
Gange) vor der Restauration ein griechischer Philosoph gewesen sein, 
allerdings nur in römischer Ausführung. (Stehend, mit nackter Brust, 
die in den Mantel gehüllte Linke auf die Hüfte stützend.) 
Viel zahlreicher als die ganzen Statuen sind natürlich die er- 
haltenen Köpfe berühmter Griechen, dergleichen noch in römischer 
Zeit ganze Reihen müssen nachgearbeitet worden sein. Die echte 
griechische Form für Bildnisse, welchen man keine ganze Statue 
widmen wollte, War die Henne, d. h. ein beinah oder völlig manns- 
hoher Pfeiler (und zwar ein senkrecht geschnittener), dessen oberes 
Ende der Kopf sammt einem sehr genau bemessenen Theil der Brust 
und des Schulteransatzes bildete. Allein unter den „berühmten Grie- 
chen" stehen in den Galerien blosse Köpfe mit Hals, Köpfe mit rö- 
mischer oder moderner Gewandbüste, eigentliche Hermen, Fragmente 
von Statuen u. s. w. beisammen, ein Gemisch das wir um so 
weniger auseinander scheiden können, du nur das Bedeutendste hier 
mit Namen erwähnt werden darf. 
An der Spitze der griechischen Porträtbildungen steht billig der 
Typus Homers. Von einem wirklich überlieferten Bildniss kann 
natürlich keine Rede sein; die Kunst hat diesen Kopf allein geschaf- 
fen. (Schönstes Exemplar im Museum von "Neapel, Halle des Tl-g 
berius; ein gutes nebst geringem im Philosophenzimmer des Museoh
        

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