Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068029
Herkunft lmd Bestimmung. 
11-11 
die Statuen ihrer Giebel und Portiken in Menge übrig geblieben sind. 
Die Bildnisse stammen wohl aus den Vorhallen der Reichen und Vor- 
nehmen, zum Theil auch von ölfentlichen Plätzen, während das ganze 
Privathaus und die Villa des wohlhabenden noch ausserdem reiche 
Fundorte von Göttern, I-Ieroen, Brunneniigurexi und andern idealen 
Gestalten geworden sind. Bei Altären und Sarcophagen ergiebt sich 
die Herkunft schon aus der Bestimmung; marmorne Candelaber und 
Vasen mochten ebensowohl zu hciligem Gebrauch in Tempeln als zur 
Zierde in Palästen dienen; Hermen standen wohl meist im Freien, 
namentlich in Gärten. Endlich lieferten die römischen Thermen das 
Köstlichste, selbst Prachtarbeiten griechischer Kunst, wie z. B. den 
Laocoon; nur mit Mühe kann sich die Phantasie ein Bild entwerfen 
von der Fülle plastischen Schmuckes, welche diese Stätten des öffent- 
lichen Vergniigens, welche auch Theater, Cirken und öffentliche Hallen 
verherrlichte.  Für so verschiedene Zwecke wurden begreiflicher 
Weise auch sehr verschiedene Kräfte in Anspruch genommen, und es 
ist ein grosser Unterschied der Behandlung zwischen dem Hauptwerk 
eines Wichtigen Saales in kaiserlichen Thermen oder Palästen, und 
der Statue, welche für das hohe Dach eines Porticus oder die ent- 
fernten Laubgänge eines bescheidenen Gartens geschaffen wurde. Zu 
gleicher Zeit meisselten vielleicht der Künstler und der Steinmetz nach 
demselben Vorbilde, und der Eine brachte ein Werk voll des edelsten 
Lebensgefiihles, der Andere eine auf die Ferne berechnete Decora- 
tionsfigur zum Vorschein. Und dennoch wird auch die letztere, so 
roh und so spät sie sei, den göttlichen Funken des griechischen Ge- 
nius, der in der Eriindung waltet, nie ganz verläugnen können. 
Noch auf eine weitere Verkettung von Umständen, Welche den 
Genuss antiker Bilclwerke oft sehr beeinträchtigen, muss hier vor- 
läufig aufmerksam gemacht werden. Nur äusserst wenige Statuen 
nämlich sind ganz unverletzt gefunden worden; die meisten haben 
sehr bedeutende Restaurationen aus den letzten Jahrhunderten. Das 
ungeübte Auge unterscheidet gar nicht so leicht als man denken sollte, 
das Neue von dem Alten. Nun gehören gerade die sprechenden Theile, 
Kopf, Hände, Attribute, oft nur dem Hersteller an, und dieser hat
        

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