Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1069004
Statuen berühmter Grlachen. 
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Für die werthvollste "Statue dieser Art galt lange Zeit der sog. 
Aristides, jetzt Aeschines des Museums von Neapell) (Halle dera 
Flora), bis in 'I'erracina der sog. Sophokles gefunden wurde (im 
Museum des Later ans, wo ein Abguss des Aeschines, wie in Nea-b 
pel einer des Sophokles, zur Vergleichung in der Nahe steht), Von 
diesen beiden ruhig stehenden, ganz ähnlich in Ein Gewand drapirten 
Gestalten wird der Sophokles schon wegen der edlern Züge einen 
Vorzug behalten; ausserdem hat das Gewand des Aristides einige 
gesuchte Zierlichkeiten, namentlich in der Gegend beider Hände, einige 
überflüssige Augen und Falten, zumal über dem Bauch, während das- 
jenige des Sophokles einfach nur das Nöthigc, dieses aber schön und 
leicht giebt 5 endlich laufen beim Aristides die Falten von der linken 
Hüfte auf das vertretende rLechte Knie zu und nehmen der Figur 
auf diese Weise das Gleichgewicht; beim Sophokles, wo sie denselben 
Gang nehmen, wird diess harmonisch aufgehoben durch das Vertreten 
des linken Knies. Die Büchse mit den Schriftrollen stcht bei jenem 
neben dem linken, bei Sophokles neben dem rechten Fasse. 
Beide sind unzweifelhaft von griechischem Meissel geschaffen. 
Diese gilt auch noch von einigen unter den Folgenden, doch nicht von 
allen, indem auch die Römer aus geschichtlicher und literarischer Pie- 
tät solche Statuen nach griechischen Originalen arbeiten liessen, haupt- 
sächlich zum Schmuck ihrer Bibliotheken. 
Zunächst mögen einige mehr oder weniger zweifelhafte genannt 
werden; so der Alcibiades (S. 436, d) und der Phocion?) im Vaticanc 
(Sala della Biga), letzterer eine einfach schöne bärtige Heldenfigur in 
Helm und derber Chlamys, nach ihrer Wiederholung als Statuette (im 
obern Gang des Vaticans) zu urtheilen ein beliebtes und bekanntes 
Motiv;  der nackte, stehende, enthusiastische Tyrtäus (in dem hiera 
danach benannten Eckzimmer der Villa Borghese), von flüchtiger aber 
guter Arbeit, mit zweifelhaften Restaurationen-Ü;  der halbnacktee 
Lykurg im Vatican (Sala delle Muse) u. s. w.  Mehrere sehr be- 
rühmte, aber auch Wohl nicht ganz sichere Philosophen im sog. Kaffe-f 
 Eine Wiederholung des Motivs, aus römischer Zeit, im' Hof des Dogenpala- u 
stes zu Venedig, unterhalb der Uhr. 
 Aristomenes der Messenier.  
Ü Alcaaus.  
        

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