Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068967
Niobe. 
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auch hicher;  Galerie delle Statue: eine niedersinkende Tochtena 
nebst dem Knie eines Bruders, auf das sie sich stützt (auch als Ce- 
phalus und Procris bezeichnet);  oberer Gang: ein iliehender Sohn.b 
Museo capitolino: obere Galerie: ein fallender und ein knieender c 
Sohn, auch zwei Töchter, wovon die eine als Psyche l) umgebildet 
ist; ein colossaler Kopf der Mutter, nebst einem oder zwei andern 
Köpfen dieses Typus;  grosser Saal: die Statue eines alten Weibes,a 
welche man für die Amme der Töchter ausgiebt. 
Museum von Neapel: Halle des Tiberins: vielleicht ist eine ste-e 
hende, ganz bekleidete Statue eine Niobide. 
l Ausserhalb Italiens ist der sog. Ilioneus in der Münchner Glypto- 
thek nach allgemeiner Ansicht ein Niobide und ZWDI gemiiss der Vor- 
treiflichkeit der Arbeit (die alle ilorentinischen etc. Figuren weit über- 
trifft) vielleicht ein echter Bestandtheil der Originalgruppe. 
Andere Statuen, welche theils Niobiden gewesen sind, theils durch 
die Restauratoren dazu gemacht wurden, könnten wir nicht ohne 
Wleitschweiiigkeit und Unsicherheit besprechen. , 
Wie man sich nun diesen Vorrath als Ganzes zu denken habe, 
darüber gehen die Ansichten dergestalt auseinander, dass nicht einmal 
durchgängig die Giebelgruppe eines Tempels darin anerkannt wird, 
während Manche aus nicht zu verachtenden Gründen den Vorrath in 
zwei Giebelgruppen vertheilen. In diesem Fall bestände der Mittel- 
punkt in der einen aus der Mutter, in der andern aus dem Pädagogen; 
jene würde die T öchter, diese die Söhne enthalten haben. 
Das echte alte griechische Meisterwerk wird man sich nie mehr 
genau vergegenwärtigen können. Schon die alten römischen Wieder- 
holer sind zu willkürlich damit umgegangen und haben daneben auch 
einzelne Motive z. B. als Musen, als Psychen benützt. Eine Wieder- 
holung des Ganzen war so kostspielig, dass mehr als ein Besteller 
sich vielleicht mit einer Art von Excerpt begnügte; wer ein paar 
Statuen hatte, liess sich vielleicht die fehlenden hinzuarbeiten so gut 
er sie um billigen Preis haben konnte. Gewiss sind auch einzelne 
Figuren und Köpfe um der Schönheit des Motiires willen besonders 
ausgeführt worden. 
 Eine gegeisselte Psyche.
        

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