Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068924
Gruppen des Kampfes. 
und Patroclus. 
Max 
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kennen musste. Noch ist der Unterliegende nicht hoffnungslos; der 
Besehauer wartet gespannt auf den Ausgang. Die beiden verschlun- 
genen Körper sind fiir die Ansieht von. allen Seiten deutlich ent- 
wickelt. 
Von der Gruppe „Herakles und der Oentaur Nessusfta 
im ersten Gange ebenda, ist die ganze erstere Figur neu und auch 
von der letztem ein Theil.  Von einer viel wichtigem ilorentinisehen 
Gruppe, Herakles und Antäus (im Hofe des Palazzo Pitti) isth 
fast die Hälfte von Michelangelo  restaurirt und die alten "fheile 
zeigen eine stark verwitterte Oberfläche; in seinem Urzustand war 
das Werk vorzüglich, wenn die (immerhin nur römische) Ausführung 
einigermassen der Composition entsprach; Herakles hat seinen Gegner 
von der Erde aufgehoben und erdrückt ihn in der Luft, während An- 
täus vergebens die Hände des Helden von seinem Leib wegzureissen 
strebt; ein Gestus, Welcher vielleicht in der Ringschule nicht selten 
vor-kam und in verschiedenen Gestalten dargestellt wurde (z. B. in 
zwei Amorinen, Ufiizien, Verbindungsgang), hier aber in ausgezeich-c 
net schöner und energischer Weise durchgeführt war. Die einseitige 
Bewunderung dieser Gruppe hat im XVI. Jahrhundert auf Bandinelli, 
Giov. di Bologna und ihre Mitstrebenden einen grossen Einfluss ge- 
habt. (Eine kleine Bronze, Uffizien, zweites Zimmer der Br0nzen,d 
dritter Schrank, stellt dieselbe Gruppe mit einer zuschauenden Pallas 
vermehrt dar.) Vgl. S. 425, a. 
Scenen nach dem Kampfe, vielleicht als Episoden grösserer 
Giebelgruppen zu betrachten, sind die beiden berühmten Werke: der 
Barbar und sein Weib, in der Villa Ludovisi zu Rom (wovon S.489,b 
die Rede war) und die Gruppe des Ajax mit dem Leichnam 
des Patroelu s. Letztere muss ein hochbewundertes Werk aus der 
Zeit des Phidias zum Original gehabt haben, welches vielfach nach- 
gebildet wurde. Vier Exemplare davon sind stückweise erhalten: 
1) der sog. Pasquino, an einer Ecke von Pal. Brasehi zu Rom, beie 
aller Verstiimmelung von so einfach grandioser Arbeit, dass neuere 
Kenner ihn in die Zeit des Phidias selbst versetzen, nachdem schon 
Bernini ihn für die bestgearbeitete Antike in Rom erklärt hatte. 
2) Der gewaltig leidenschaftliche Kopf des Ajax und die Schulter 
sowie die (vorzüglich gearbeiteten) nachschleppenden Beine des Pa-f
        

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