Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068014
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Antike Sculptur. 
Die Hasse und ihr Inhalt. 
druck einmal gefunden wer, so genügte es Jahrhunderte hindurch, 
diesen frei zu reproduciren oder auch ohne Weiteres zu wiederholen. 
Es bildeten sich stehende Typen oder Darstellungsweisen, und (was 
momentane Stellung oder Bewegung anbetrifft) stehende Motive. 
An diese halte sich der Laie, ihnen suche er zunächst das Mögliche 
abzugewinnen. Das geschichtliche Interesse wird sich mit der Zeit 
von selbst hinzuiinden, wenn man unter den verschiedenen Exempla- 
ren derselben Darstcllung- das Bessere und das Geringere, das Frühere 
und das Spätere mit einander vergleichen gelernt hat. 
Eine Anzahl glänzender Ausnahmen abgerechnet, besteht der un- 
geheure Vorrath der Museen Italiens nicht aus Originalwerken alt- 
griechischer Künstler, sondern aus Werken der römischen Zeit vom 
letzten Jahrhundert der Republik abwärts. Zum Theil sind es Ori- 
ginalarbeiten der betreffenden Zeit, wie z. B. die Bildnissstatuen und 
Brustbilder von Römern, die Bildwerke der Triumphbogen und Ehren- 
säulen u. s. w.; in weit überwiegender Blasse aber finden sich die 
Wiederholungen älterer idealer Typen und Motive, meist von griechi- 
scher Erfindung. Die ausführenden Künstler selbst sind fast sämmt- 
lieh unbekannt, doch giebt man sich gerne der Vermuthung hin, dass 
bis tief in die Kaiserzeit hinein eine treffliche Colouie griechischer 
Sculptoren in Rom und Italien geblüht habe. Immerhin müssen wir 
uns darein fügen, aus der Bliithezeit der griechischen Cultur eine 
Menge blasser Künstlernamen fast ohne Denkmäler, aus den letzten 
Zeiten des Alterthums dagegen eine gewaltige Menge von Denkmälern 
fast ohne Künstlernamen zu kennen.  Der Unterschied zwischen 
griechischer und römischer Kunst wird, wie aus dem Gesagten er- 
hellt, zwar im Ganzen sehr bemerklich, an dem einzelnen Denkmal 
aber nicht immer leicht nachzuweisen sein.  
Die ehemalige Bestimmung und Aufstellung dieser Bildwerkc war 
eine sehr verschiedene und entsprach wohl im Ganzen ihrem Werthe 
oder ihrer äussern Beschaffenheit. Die Colossalstatue gehörte ins 
Freie, wo sie sich herrschend selbst zwischen mächtigen Bauten gel- 
tend machen konnte. Selten kommen eigentliche Cultusbilder vor, 
während der übrige Schmuck der Tempel, die Reliefs ihrer Friese,
        

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