Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072250
Grundzüge des Baslllkenbaues. 
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des ltiittelschifes wird theils mit Malereien bedeckt, theils mit grossen 
(jetzt meist vermauerten oder umgestalteten) Fenstern durchbrochen. 
Die ursprünglichen reichgesehmiickten Flachdecken sind siimmtlich 
untergegangen; an einigen Kirchen ist noch das mittelalterliche Sparren- 
werk des Daches erhalten; die meisten tragen moderne Decken oder 
Seheingewölbe. 
5) An den Basiliken von Ravenna kömmt zuerst regelmiissig die 
Anordnung von zwei Nebennisehen rechts und links von der Haupt- 
nische vor. 
G) Die Aussenwände blieben meist schlicht und glatt (in Ravenna 
schüchterne Anfange einer Eintheihmg, durch vertretende WVandstrei- 
fen mit Rundbogen, auch frühe schon eigentliche Bogenfriese). Was 
etwa, z. B. von Consolen am Obergesimse vorkommt, ist von antiken 
Gebäuden entlehnt. (Apsis von S. Cecilia in Rom.) Die Fassade er- a 
hielt eine Vorhalle, wovon unten die Rede sein wird; die Thüren hatten 
wohl in der Regel antike Pfosten; die Obermauer wahrscheinlich eine 
Decoration von kostbaren ltlarnnorplatten, auch wohl schon frühe von 
Mosaik. 
7) Im Innern ist die Säulenstellung je iilter desto dichter und desto 
gleichrnässiger (letzteres aus dem Seite 27, b, angegebenen Grunde). Die 
alte Peterskirche hatte über den Säulen ein gerades Gebälk, der alte 
Lateran und die alte Paulskirche Bogen; S. Maria Maggiore hat noch 
ihr gerades Gebälk  sammtlich Bauten des IV. und V. Jahrhimderts. 
Von da an überwiegen die Bogen (Ausnahme: das Untergeschoss derb 
alten Kirche von S. Lorenzo fuori) und bilden in Ravenna die aus- 
schliessliche Form; erst im XI. bis XIII. Jahrhundert kommt wieder 
in einzelnen rämischen Beispielen (S. Maria in Trastevere, S. Criso- 
gono, die neuere Kirche von S. Lorenzo fuori) das gerade Gebälk und 
anderwürts sogar der Flachbogen vor (Dom von Narni und Vorhalle 
der Pensola ebenda). 
8) In Rom setzen in der Regel die Bogen unmittelbar über dem 
Saulencapitäl an; in Ravenna schiebt sich ein trapeztörmiges Zwischen- 
stück ein, welches durch seine barbarisehe Bildung das richtige Grund- 
gefühl wieder verdunkelt, welches hier ein Zwisehenglied verlangte. 
Die Alten hatten wenigstens bei ihren vertretenden Säulen auch das 
betreffende Gebälkstück vertreten lassen, und als Brunellesco die alte
        

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