Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072222
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Antike Decoratiou. 
Eheme Geräthe. 
Silen mit dem Schlauch, hinter welchem ein Bäumchen zwei Lampen 
trug; ein Amor auf einem Delphin, über dessen Schweif die Lampe 
aschwebte, u. s. w. (Ein Candelaberfuss in den Uffizien, 10. Schrank, 
besteht aus drei zusammenspringenden Luchsen mit Masken dazwischen.) 
Die Füsse der Gerüthe sind ideale und dabei höchst kräftige, doch  
dem Stoffe gemäss  leichte Thierfüsse, welche die Zehen des Löwen 
mit dem schlanken Fussbau des Rehes vereinigen. Wie frei die Alten 
mit solchen Bildungen umgingen, zeigt der herrliche Altar des dritten 
Zimmers, dessen drei Thierfüsse über einem Absatz ebensoviele Sphinxe 
und hinter diesen Blumenstengel tragen, auf Welchen dann die runde 
Platte mit ihrem Fries von Stierköpfen und Guirlanden ruht; unter 
sich sind die Fiisse durch schöne, sehwungreiche Pilanzenbildungen 
verbunden. 
An den meist aus Pompeji stammenden Heimen und Harnischen 
h (viertes Zimmer) findet sich theilweise ein reicher, prachtvoller Relief- 
schmuck. Die ganzen Figuren und Geschichten, z. B. verschiedene 
Scenen der Einnahme von Ilion, sind mit Recht dem IIelm vorbehal- 
ten, während Arm- und Beinschienen mit Ausnahme einer vorn ange- 
brachten ganzen Götterfigur nur Masken, Adler, Arabesken, Füllhör- 
ner etc. darbieten. Andere Helme, von roherer römischer Ausführung, 
enthalten bloss Trophäen, Köpfe von Göttern u. dgl. An einem schön 
griechischen Brustharnisch (aus Piistum?) wird man das Haupt der 
Pallas Athene finden.  Die archäologische Bedeutung dieser beträcht- 
lichen Sammlung von WVaffen, Pferdezeug u. dgl. darf hier nicht weiter 
erörtert werden; genug, dass auch in diesen Werkzeugen des Krieges 
cdie schöne antike Formenbildung sich nicht vorliiugnet. (Im Musco 
patrio zu Brescia der figurirte Brustschild eines Pferdes.) 
Im Ganzen darf man immer von Neuem sich wundern, dass ein 
Volk, welches seine Zierformen so leicht und meisterhaft bildete, doch 
fast durchgängig Maass hielt und des Guten nicht zu viel that. Es 
genügt ein vergleichender Blick auf die Renaissance, die sich dessen 
nicht rühmen kann, die ihre tragenden Theile im Styl der Flächen 
verzierte und an ihren Gefassen vollends nur eine angenehme Pracht 
erstrebte, ohne auf eine lebendige Entwicklung bedacht zu sein. Wie 
gerne verzeiht man daneben den Pompejanerxi, wenn sie das Gewicht 
an ihrer (römischen) Wage als Satyrskopf, als Haupt des Handels-
        

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