Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072214
Lampen und Candelaber. 
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Anschwellen und Abnehmen folgt und sie verdeutlichen hilft I). Nament- 
lich beachte man den umgesehlagenen Rand mit der einfach schönen 
Reihe von Perlen oder kleinen Blättern; er ist gleichsam eine letzte 
Blüthe des Ganzen. 
Sehr zahlreich sind, zumal im zweiten und sechsten Zimmer, dieü 
Lampen, welche sowohl in der Hand getragen als auf besondere Stän- 
der gestellt oder an Kcttchen aufgehängt werden konnten. Schon die 
ganz einfachen unverzierten haben die denkbar schönste Form für 
ihren Zweck: einen Behälter für das Oel und eine Öffnung für den 
Docht nebst einer Handhabe darzubieten. (XNer sich hieven überzeu- 
gen will, mache einmal selbst den Versuch, ein Gerath, welches diese 
drei Dinge vereinigt, aus eigener Erfindung zu componiren.) Am häu- 
figsten wurde Wenigstens der Griff verziert, als Schlange, 'l'hierk0pf, 
geflügelte Palmette u. s. w. Dann folgten Zierrathen, Reliefs und 
ganze freistehende Figiirchen auf dem Deckel des Oelbehälters. Bis- 
weilen sind mehrere Lampen an den Zweigen einer Pflanze, eines 
Baumes, auch wohl an reichen, von einem kleinen Pfeiler ausgehen- 
den Zierrathen aufgehäntgt, wozu eine schön architektonisch gebildete 
Basis gehört. (Eine grosse bronzene Lampe christlicher, doch nochb 
römischer Zeit in den Uftizien, 14. Schrank, zeigt die spätere Erstar- 
rung dieser Form; sie ist als Schiif gestaltet.) 
Von den Lampenständern wird man die kleinern als artige kleine 
Dreifiisse, als Bäumchen, als elastische Doppelkelche (aufwärts und 
abwärts schauend) gebildet finden. Der höhere Lampenträger dagegen 
ist der bronzene Candelaber, der hier in einer grossen Menge von 
Exemplaren, vom Einfachsten bis zum Reichsten, repriisentirt ist. Der 
Stab desselben, fast immer auf drei Thierfissen mit Pilanzenzierrathen 
stehend, ist bald mehr architektonisch als schlanke cannelirte Säule, 
bald mehr vegetabiliseh als Sehilfrohr gebildet. Oben geht er entwe- 
der in drei Zweige oder in einen mehr oder weniger reichen Kelch 
über, dessen breite obere Platte die Lampe trug. Im Ganzen wird 
man kaum ein einfach anmuthigeres Hausgeräth erdenken können- 
Auch Figuren als Lampentriiger fehlen nicht, z. B. ein Harpoerates, 
der in der Rechten einen Lotos mit der Lampe hielt; ein köstlicher 
 Vgl. unbten den Abschnitt über die gemalten Vasen.
        

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