Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072070
Kalsarvillon. 
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vorhanden ist) Wirklich ein solches Gedankenbild aufgestellt; an Ort 
und Stelle ist indess kein Stein davon nachzuweisen. 
Die Villa Hadrians unterhalb Tivoli verlangt in ihrem jetzi- ü 
gen Zustande, nach dem totalen Verlust ihrer Steinbekleidung und 
ihrer Säulenbauten, eine starke Phantasie, wenn man die einzelnen, 
meist nicht sehr bedeutenden Räume noch für das erkennen soll, was 
sie einst waren; dennoch ist der Besuch (welchen ich bisher versäumt 
zu haben bedaure) sehr lohnend, sobald man sich mit dem Plan der 
Villa (von Fca.) versehen hat; in diesem wird nämlich die ehemalige 
Bedeutung der einzelnen Bauten angegeben. Hadrian hatte hier die 
berühmtesten Localitäten der alten Welt im Kleinen nachahmen lassen 
und auch von den Gattungen des römischen Prachtbaues immer je 
ein kleines Spccimen errichtet, das Ganze in einem Umfang von mehr 
als einer Stunde. Wenn andere Bauherren ähnliche Phantasien aus- 
führten, so lässt sich denken, wie schwer gewisse Ruinen römischer 
Villen und Paläste einleuchtend zu erklären sein müssen. 
Von den zum Theil riesenhaften und änsserst ausgedehnten Vil- 
lentriimmern der römischen Oamisagna scheint das Rundgcbiiude „T01'h 
d e ' S chiav i ß der Überrcst einer sehr namhaften Anlage der Gordiane 
(III. Jahrhundert) zu sein.  Ungeheure Räume auf einem noch kennt- 
lichen Grundplan findet man namentlich in der sog. Roma veechiam: 
 Die Villa Domitians umfasst gegenwärtig den Raum des Stiidt-d 
chens Alb ano und der Landgiiter an dessen Westseite, gewährt aber 
nirgends mehr ein Bild des ehemaligen Bestandes, so zahlreich und 
gross angelegt auch die einzelnen 'I'riimmerstiicke sind.  Wie die 
Kaiserthermen mehr als blosse Thermen, so waren die Kaiscrvillen 
auch etwas Anderes als blosse Villen, vielmehr ein Inbegriff vieler 
einzelnen Prachtbauten der verschiedensten Art und Gestalt. 
Das Bild der antiken Bauwerke vervollständigt sich erst, wenn 
man sich einen reichen farbigen Schmuck hinzudenkt. Fürs Erst-e wur- 
den bis in die römische Zeit einzelne 'l'heile des Baugerüstes selbst, 
also der Säulen, Gebälke, Giebel etc. mit kräftigen Farben bemalt, und
        

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