Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072065
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Architektur. 
Paläste in Rom. 
des vorigen Jahrhunderts) haben wichtige Stücke blossgelegen, die 
jetzt wieder zugeschüttet und nur aus den damals gemachten Plänen 
bekannt sind; eine vollständige Ausgrabung ist noch nie versucht wor- 
den. WVeit entfernt, einen Überblick über das Ganze geben zu können, 
mache ich nur auf das noch deutlich Erhaltene aufmerksam: In den 
ßOrti Farnesiani: die sog. Bäder der Livia, kleine, vielleicht von 
jeher unterirdische Gemächer mit Resten sehr Schöner Arabeskeul (das 
bÜbrige sehr unkenntlich);  in der Villa, Speda: u. a. zwei eben- 
falls von jeher unterirdische Räume, schenswiirdig nicht sowohl um 
ihres architektonischen XVerthes willen, als wegen ihrer prächtigen 
malerischen Wirkung iu den Mittagsstunden, wenn die Sonne durch 
die (licht begriinten Gewölbeößnungen herabscheint;  in den jetzt 
cvorzugsweise so benannten Palazzi de' Cesari: eine ungeheure 
Mfasse von Ruinen, zum Theil riesiger Dimensionen, darunter eine 
Nische mit Umgang, welche noch ihre Cassetten hat, Vorbautexi gegen 
den Circus Maximus, dessen Spiele von hier wie von Logen aus be- 
schaut werden konnten (das Meiste wohl aus der Zeit Dornitians); die 
grosse Doppelreihe von Gewölben gegen den CÖÜIIS zu ein blosser 
Unterbau, über welchem erst der Palast (vielleicht des Septimins 
Severus) sich erhob. Die WVasserleituug, welche in diesem System 
von Palästen die Brunnen und Bäder versah, ist noch in einigen mäch- 
tigen Bogen erhalten I).  
d Von dem Palast und den Gärten des Sallust (hinter Piazza. 
Barberinu beginnend) hat sich etwa so viel gerettet, dass man mit 
1111112: der Nachrichten sich ein glänzendes Gedankenbild des Ganzen 
entwerfen kann. 
e Von dem Palast des Seaurus auf dem cölischen Berge hat be- 
kenntlich Mazois in einem angenehmen Buche (das in allen Sprachen 
 Bei diesem Anlass bemerke man den römischen Gebrauch groseer Nischen mit 
Ilalhknppcln in den Fassaden, deren eine z. B. hier als Kaiserloge gegen den 
Circus dient. Man findet sie wieder an der (jetzigen) Vordersfile der Dio- 
4, clelianstherlnen clc.; dann in christlicher Zeit am Palast des Theodorich zu 
Ravenna; als Nachklang an den Portalen von S. Marco zu Venedig; in häu- 
llgcr und sehr colossaler Anwendung an den Bauten des Islams , zumal in 
Oslimlicn; endlich mit herrlicher Wirkung von Bramnnle zum llauptmotiv 
des Giardino dclla Pigna. (im Vaticnn) erhoben.
        

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