Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072054
Pozzuoli. 
Bajä, 
Capri s 
Rom. 
55 
Villa des Diomedes reich an Räumen aller Art und Anordnungß 
unter welchen sich auch ein halbrund abgeschlossenes Triclinium mit 
Fenstern findet; für den Effect des Ganzen ist das Studium der öfter 
versuchten Restaurationen unentbehrlich.  In Herculanu m ist we-b 
nigstens eine schöne Villa. vollständig aufgedeckt.  Als Ergänzung zu 
diesen Bauten betrachte man die vielen kleinen Veduten in den Wand- 
deeorationen zu Pompeji und im Hnseum von Neapel; sie stellen zum C 
nicht geringen Theil Landhäuser und Paläste meist am Meeresstrand 
dar, allerdings nicht bloss wie sie waren, sondern wie die vergrös- 
sernde Phantasie sie gerne gehabt hatte; ausserdem besonders reiche 
Hafenansichten. 
Am Strand von Pozzuoli, Bajä und weiter hinaus liegen die ll 
meist völlig entstellten Triinnncr zahlloser Landhäuser, als deren Eigen- 
thümer man einige der berühmtesten Namen des römischen Alterthums 
aufzuziäthlen pflegt. Die merkwürdigsten sind die ins Meer hinausge- 
bauten, von welchen man noch im Wasser die Fundamente und in 
jenen Abbildungen wenigstens die ungefähre Gestalt sieht. Diese Bau- 
weise erscheint durchaus nicht als blasser Luxus; sie schützte vor der 
Fieberluft, welche schon damals jene Küste hcimzilsuchen pflegte. 
Von den Th-iimmern der Bauten Tiberis auf Capri offenbart diec 
Villa Jovis durch ihre fiir das erste Jahrhundert ziemlich nachlässige 
Constrnction, dass der alte Herr rasch fertig werden und bald ge- 
niessen wollte. 
In und um Rom l) nehmen Paläste und Villen einen grüssern 
Charakter an und gehen in einzelnen Prachtbestandtheilen Weit iiber 
das bloss XVohnliche hinaus. YVir können das Einzelne an den Ruinen 
dieser Art in Tusculum, bei Tibur u. s. w. nicht verfolgen, da der 
jetzige drünnncranblick bei weitem mehr wegen des malerischen als 
wegen (los kunsthistoriselien WVerthes geschätzt wird. Übev der Vina 
des Miicenas, wie das NVasser des Anio ihre Bogen durchströmt, ver-f 
gisst man den ehemaligen Grundplan und selbst den Eigenthümer. Von 
den hieher gehörenden Kaiserbauten ist der Palatin mit seinen Triim- E 
mern nur Ein grosses Räthssel. Zeitweise (z. B. in den SOger Jahren 
 Die Anordnung der Privnlhäiuser m Rom erscheint dem capitolinisch 
plan zufolge der pompojanischcn sehr ähnlich. 
rn Stadt-
        

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