Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072020
52 
Architektur. 
Hänger, Villen und Paläste. 
adiess bei der Grotte der Egeria, welche weniger um ihres ge- 
ringfügigen Nischenwerkes als um ihrer ganz wunderbaren vegetabili- 
sehen und landschaftlichen Umgebung willen den Besucher auf immer 
fesselt. Und diese Grotte ist nur eine von vielen, die das liebliche 
Thal zierten und nun spurlos verschwunden sind.  Ebenso ist das 
b niedliche Tempelehen über der Quelle d e s C1 itumnus (an der Strasse 
zwischen Spoleto und Foligno, "alle Vene") nur eines von den vielen, 
die einst von dem schönen, bewaldeten Abhang niederschauten. Trotz 
später und unreiner Formen (z. B. gewundene und geschuppte Säulen 
u. dgl.) ist es doch wohl noch aus heidnischer Zeit und mit den christ- 
liehen Emblemen erst in der Folge versehen worden 1). Der Archi- 
tekt kann sich kaum eine lehrreiehere Frage vorlegen als die: woher 
dem kleinen, nichts weniger als mustergültigen Gebäude seine unver- 
hältnissznässige Wirkiuig komme? 
Die römischen Hiiuser, Villen und Paläste bilden schon 
in ihrer Anlage einen durchgehenden Contrast gegen die modernen 
Wohnbauten. Letztere, sobald sie einen monumentalen Charakter an- 
nehmen, nähern sieh dem Schlo s s e , welches im Mittelalter die Woh- 
nung der höhcrn Stände wer, und sich nur allmählig (wie z. B. Flo- 
renz beweist) zum Palast im modernen Sinne, d. h. doch immer zu 
einem geschmückten Hoehbau von mehrern Stockwerken ausbildete; 
eine Form, welche dann olme alle Noth auch für die modernen Land- 
häuser beibehalten wurde. Der Heuptausdmck des ganzen Gebäudes 
ist die Fassade. 
Bei den Alten war diese eine Nebensache; in Pompeji haben selbst 
eGebäude wie z. B. die Casa, del Fauno nach aussen nur glatte Mauern 
oder auch Buden, und von den Wohnmigen der Grossen in Rom selbst 
darf man Wenigstens vermuthen, dass der Schmuck der Vorderwend mit 
dem Vestibulum nur eine ganz bescheidene Stelle einnahm neben der 
Pracht des Innern.  Sodann war bei den Alten der Bau zu meh- 
reren Stockwerken in der Regel nur eine Sache der Noth, die man 
 Oder in christlicher Zeit aus 
zusammengebaut? 
den Fragmenten der 
umliegenden Heiligthünmer
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.