Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072016
S. Lorenzo in Mailand. 
NYmPheen. 
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genten Diocletians. Die Vorhalle derselben erkennt man leicht in den 
seehszehn korinthischen Säulen vor S. Lorenzo; allein man ahnt nichts 
sogleich, dass noch der Hauptraum der Thermen selbst, umgebaut 
und doch im Wesentlichen identisch mit dem Urban, in Gestalt der 
Kirche S. Lorenzo selbst vorhanden ist. Mindestens zweimal, imb 
Mittelalter und wiederum gegen das Ende des XVI. Jahrhimderts, hat 
man die alten Bestandtheile auseinander genommen, wieder zusammen- 
gesetzt und mit neuer Kuppel versehen, und noch immer ist dieses 
Innere eines der wichtigsten und schönsten Bauwerke Italiens. Vor 
Allem hat die Nische hier eine ganz neue Bedeiitung; sie'ist nicht 
mehr ein blosser isolirter Halbcylinder mit Halbkuppel, sondern ein 
durchsichtiger einwärtstretender Bau von einer untern und einer obern 
Siiulenreihe, welche in den untern und den obern Umgang des Kup- 
pelraiunes führen. WViiren der Nischen acht, so würde dieses reiche 
Motiv kleinlich und verwirrend wirken (wie in S. Vitale zu Ravenna); 
allein es sind nur vier, so dass sich der volle Rhythmus dieser Bau- 
weise entwickeln kann; über ihren Kuppelsegmenten und llauptbogen 
wölbt sich dann die mittlere Kuppel. An glänzendem perspectivischem 
Reichthum können sich wenige Gebäude der YVelt mit diesem messen, 
so unscheinbar seine Einzelforinen jetzt sein mögen i). Nach Aussen 
stellte es ein ruhiges Quadrat dar, indem die vier Ecken mit thurmarti- 
gen Massen ausgefüllt sind. Der Anbau rechts (jetzt Capelle S. Aqui- 
lino), ein Acilfteck mit Nischen und Kuppel, ist ebenfalls wohl antik 
und dient in seiner Einfachheit zum belehrenden Vergleich mit jener 
letzten und reichsten Form des antiken Innenbaues, die wir nachweisen 
können. 
Zahlreiche andere Thermenrestc in den übrigen Städten Italiens 
bieten keine hinlänglich erhaltenen Formen mehr dar. Auch die Nym- 
pheen oder Brunnengebäude mit Nischen und Grottfgi leben mehr in 
der restaurirenden Phantasie als in kenntlicheu Überbleibseln fort. 
Man hält z. B. die grossc Backsteinnische im Garten von S. Grocec 
in Gerusalcmme zu Rom für ein solches Nympheiun. Sicherer ist 
 Die gegenwärtige Gestalt rührt von Martina Bassi 
die Lichtvertheilung des antiken Baues zweifelhaft. 
maligvs Kuppellicht. 
her. Leider bleibt auch 
Ich glaube an eiix ehe- 
41a
        

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